Der Baukredit kommt vors Volk

STEINHAUSEN ⋅ Das Rathaus der Gemeinde mit Jahrgang 1982 soll für 7,5 Millionen Franken umgebaut und saniert werden. Das Projekt wurde redimensioniert.
22. Januar 2018, 11:56

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch


Das Steinhauser Rathaus ist in die Jahre gekommen: Mit Baujahr 1982 hat das Gebäude an der Bahnhofstrasse 3 schon einiges hinter sich. Für die Sanierung und den Umbau beantragt der Gemeinderat einen Baukredit von über 7,5 Millionen Franken. Am 4. März können die Steinhauser Stimmberechtigten darüber an der Urne abstimmen. Neben der Sanierung, den Investitionen in Brandschutz und Sicherheit sollen auch die Raumstrukturen und Anordnung der Arbeitsplätze verdichtet werden. Als das Rathaus vor über 35 Jahren eröffnet wurde, waren dort 12 Arbeitsplätze angesiedelt, heute sind es deren 40.

An der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2014 wurde ein erster Projektierungskredit von 475 000 Franken genehmigt. Als das Planungsteam das detaillierte Projekt ausgearbeitet hatte, rechneten sie mit Baukosten von fast 10 Millionen Franken – für den Gemeinderat zu hoch. Denn dieser wollte die ursprünglich geschätzten Baukosten von 8 Millionen Franken nicht überschreiten. «Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, das Projekt zu überarbeiten mit dem Ziel, eine wesentliche Kosteneinsparung über einen neuen Projektansatz zu generieren», erklärt Andreas Hürlimann (Grüne), Vorsteher Planung und Umwelt. Den Zusatzkredit von 290 000 Franken für die Richtungsänderung bewilligte die Gemeindeversammlung im Dezember 2016. 
Mit der nun geplanten Sanierung und dem Umbau des Rathauses ist es möglich, neu 46 Arbeitsplätze anzubieten. «Zudem sichern die künftig nach wie vor vorhandenen Mietfläche im Gebäudeteil Nord eine mögliche langfristige Weiterentwicklung ab», sagt Hürlimann. Gemäss Abstimmungsvorlage kann die Verwaltung verdichtet auf der gegenwärtigen Fläche des Rathauses organisiert werden. Das äussere Erscheinungsbild wird nicht verändert. 
Andreas Hürlimann erklärt, was sich fordergründig ändern wird: «Die zukünftige Gestaltung sieht eine geschlossene Verwaltung vor, mit einem zentralen Kundenempfang im Erdgeschoss. Die weiteren Bürogeschosse können so verdichtet und als Teambüros organisiert werden.» Optisch gehören die beiden Gebäude der Bahnhofstrasse 1 und 3 zusammen. Die Nummer 1 ist jedoch im Privatbesitz und wird nicht mitsaniert.

Dass eine gesamtheitliche Sanierung nach 35 Betriebsjahren überfallig ist, daran lässt sich nicht zweifeln. Was passiert aber, wenn sich die Bevölkerung gegen den Kredit ausspricht? «Bei einem Nein ist davon auszugehen, dass die Kosten etappenweise anfallen für laufende Anpassungen», weiss der Bauchef. «Viele Komponenten der Gebäudetechnik oder des Innenausbaus haben ihre Lebensdauer erreicht und sind zu erneuern.» Zudem soll die Gemeindeverwaltung auch künftig im Dorfzentrum anzutreffen sein. «Des Weiteren ist die Chance einmalig, die Provisoriumslösung durch Nutzung der freien Räume im nördlichen Hausteil kostengünstig zu bewältigen», erklärt Andreas Hürlimann weiter. 

Auch die finanzielle Seite spricht für das Projekt. Der Grüne-Gemeinderat erinnert, dass im Juni 2017 eine Rückstellung von 2 Millionen genehmigt wurde. «Gegenüber dem ursprünglichen Projekt konnte eine Kostenreduktion von knapp 2,5 Millionen Franken erzielt werden», zählt Hürlimann weiter auf. Für die Sanierung und den Umbau werden rund 6 Millionen Franken eingesetzt, 1,5 Millionen für die Sicherheit und die Neuorganisation der Verwaltung. Derweil liegt das Nettovermögen der Gemeinde bei 64 Millionen und das Eigenkapital beträgt über 100 Millionen Franken. «Die Gemeinde Steinhausen kann sich somit das Projekt sehr gut leisten», ist sich der Bauchef sicher und fügt abschliessend hinzu: «Der Umbau wird eine moderne und zukunftsfähige Organisation der Gemeindeverwaltung ermöglichen.»

Hinweis

Am Donnerstag, 15. Februar, orientiert der Gemeinderat ab 19.30 Uhr die Bevölkerung im Gemeindesaal.


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