Kunstrasenplatz im Lättich: Der neue Star ist ein Evergreen

BAAR ⋅ Morgen Abend wird der neue Kunstrasenplatz im Lättich eingeweiht. Darüber hinaus verfolgt der Fussballklub Pläne für mehr Frauenfreundlichkeit auf seiner Anlage.
10. August 2017, 05:00

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Der FC Baar geht mit einem teuren Zuzug in die neue Saison – etwa 695000 Franken beträgt die Transfersumme. Er weist die Gardemasse von 100 Metern Länge und 64 Metern Breite auf und ist ein Evergreen: Die Rede ist vom neuen Kunstrasen. Nach über 13 Jahren wurde dem alten das Karriereende beschieden, zu stark war sein Verschleiss gewesen.

Das rührt nicht nur vom Fussballverein her: Der Kunstrasenplatz im Lättich durfte und darf weiterhin von der Öffentlichkeit benutzt werden, wenn der FC nicht darauf trainiert oder spielt. Dass nach der Einweihung des ersten Plastikrasens 2004 nun die nächste folgt, sei keine Überraschung, sagt Martin Pulver, der Präsident des 670 Mitglieder starken FC Baar: «Die durchschnittliche Lebensdauer eines solchen Platzes beträgt neun bis zehn Jahre, unser lag also deutlich darüber.»

Der Hauptplatz bleibt echt

Pulver wird den neuen Platz morgen offiziell von der Gemeinde übernehmen und eröffnen, was mit einem Apéro begangen wird. Eine Anfrage bei der zuständigen Verwaltungsabteilung betreffend genaue Kosten und voraussichtliche Lebensdauer ist mit Verweis auf den Anlass morgen nicht beantwortet worden. Die eingangs erwähnten 695000 Franken stammen aus dem Investitionsbudget der Gemeinde Baar für das laufende Jahr.

An der Hierarchie wird sich nach dem Neubau nichts ändern, der Hauptplatz ist weiterhin derjenige links vom Klubhaus, wo auch die Tribüne steht. «Es ist ein Bedürfnis vieler, auf richtigem Rasen zu spielen», sagt Pulver. Ein zweiter Kunstrasenplatz, zusätzlich zu den bestehenden Plätzen, entspricht gemäss Pulver der Idealvorstellung des Vereins. Doch deren Umsetzung ist unrealistisch: Das Umland befinde sich in der Landwirtschaftszone, könne also nicht ohne weiteres überbaut werden.

Mehr Platz zum Umziehen

Der Verein hat die Hoffnung, fremde Terrains mitnutzen zu dürfen: die Spielweise des angrenzenden Freibads und den Kunstrasen der International School (ISZL) in Walterswil. Letzterer Standort ist wegen der abseitigen Lage und der gefährlichen Velostrecke allerdings für Kinder nicht besonders geeignet. Das nächste Projekt auf dem heimischen Lättich sei indes bereits in der Planung, sagt Pulver. Das Klubhaus soll erneuert werden, denn es mangelt an Garderobenraum, insbesondere separatem für die Frauenabteilung, die grösste im Kanton Zug. Der neue Kunstrasen ist übrigens – wie sein Vorgänger – für die 2. Liga interregional abgenommen. Dort spielte der Verein das letzte Mal in der Saison 2012/13, bevor er in die 3. Liga durchgereicht wurde. Es ist ein ersehntes Ziel des Vereins, wenigstens in die regionale 2. Liga zurückzukehren. Ab dem 19. August unternimmt das Fanionteam einen neuen Anlauf.


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