Die «Amischlitten» kommen

LIEBHABER ⋅ Erstmals findet das grosse Schweizer Mustang & Shelby Meeting in Zug statt. Gegen 900 Fahrzeuge werden morgen Samstag auf dem Stierenmarktareal erwartet.
04. August 2017, 07:53

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Das wird ein Fest für Liebhaber schnittiger «Amischlitten», wie die US-Automobile hierzulande gerne genannt werden: Zum ersten Mal findet das grosse Treffen des Mustang Club of Switzerland (MCS) in Zug statt. Hunderte Ford Mustangs, darunter auch viele Shelby-Versionen, werden morgen Samstag auf dem Stierenmarktareal auffahren und die Herzen der Liebhaber von nos­talgischen Autos höherschlagen lassen. Die bisherigen fünf grossen Zusammenkünfte des 1980 gegründeten Clubs fanden allesamt auf dem Flugplatz Birrfeld statt. Doch seit für den Airport neue Sicherheitsvorschriften gelten, sind die Möglichkeiten für den MCS so weit eingeschränkt worden, dass die aufwendigen Treffen dort nicht mehr durchführbar sind. Auf Zug als neuen Austragungsort ist René Suter, Präsident des MCS, über seine langjährige Bekanntschaft mit Robert Hümbeli vom Oldtimer- Sunday-Morning-Treffen Zug (OSMT) gekommen. Das nächste Treffen wird diesen Sonntag quasi im Anschluss an den Anlass des MCS stattfinden, ebenfalls auf dem Stierenmarktareal. «So lassen sich Synergien bestens nutzen», sagt René Suter, für den Zug bereits im Vorfeld ein Glücksfall ist: An dieser zentralen Lage gebe es viel mehr «Laufkundschaft» als auf dem Birrfeld.

Internationale Teilnehmerschaft

Kundschaft im eigentlichen Sinne gibt es an den Treffen des MCS selbstverständlich nicht, es ist schliesslich eine Zusammenkunft von gleichgesinnten Menschen, die eine Leidenschaft teilen und sich austauschen – und die Öffentlichkeit darf daran teilhaben.

Eines zeichnet sich jetzt schon ab: Das Treffen des MCS in Zug wird Rekorde brechen. Suter schätzt, dass im Laufe des Tages bis zu 900 Fahrzeuge auffahren werden. «Wir erwarten auch Teilnehmer aus Luxemburg, England, Frankreich, Deutschland oder Italien», weiss er. Dem Präsidenten des grössten und bekanntesten Schweizer Mustang-Clubs ist die Vorliebe für US-Wagen bereits in die Wiege gelegt worden, wie er sagt. So war sein erstes eigenes Auto denn auch – was wohl? – ein Ford Mustang. Derzeit besitzt er deren zwei – Klassiker wohlbemerkt. «Doch wir sind schon länger kein reiner Classic-Club mehr», sagt Suter. «Neue Fahrzeuge haben bei uns genauso Platz. Es ist die Philosophie des Clubs, Liebhaber von historischen genauso wie von neuen Modellen zusammenzubringen.» Einzige Voraussetzung für eine Mitgliedschaft beim MCS ist, dass man einen Mustang sein Eigen nennt, egal ob das Modell selten, teuer, getunt oder «ab Stange» ist – es wird nicht gewertet. «Darum gibt es auch keine Pokale oder sonstige Auszeichnungen bei den Klubanlässen.» Es zählt die Freude an der Sache.

«Kategorisierungen» gibt es einzig aus strukturellen Gründen: So werden in Halle 3 besondere Raritäten gezeigt. Und den Jahrgängen bis und mit 1978 gehört die eine Seite des Ausstellungsgeländes, den Fahrzeugen von 1979 bis 2017 die andere.

Festprogramm mit Lokalkolorit

Selbstredend, dass das Mustang-Treffen aus mehr als nur der Aufreihung Hunderter Fahrzeuge besteht: Es gibt ein Festprogramm mit zwei Bühnen; Tanzaufführungen, Bandauftritte und eine Cheerleader-Show sind Teil des Spektakels. «Wir haben Wert darauf gelegt, möglichst Gruppen aus der Region Zug zu engagieren», sagt René Suter. So erhält die Veranstaltung eine starke lokale Note. Das Programm startet um 10 Uhr und wird bis Mitternacht dauern. Am Sonntag ab 9.30 Uhr fahren dann die Oldtimer des OSMT auf. Für deren interessierte Besucher bleiben die seltenen Mustangs des MCS in der Halle 3 auch am Sonntag stehen.

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