Die Arbeiten kommen voran

TANGENTE ZUG/BAAR ⋅ Beim grössten Strassenbauprojekt im Kanton stehen in den nächsten Tagen und Wochen wichtige Schritte an. Ein Augenschein auf den Grossbaustellen.
11. August 2017, 07:35

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

BAAR Im Bereich der Kreuzung Zugerstrasse/Südstrasse wird sich dereinst das südliche Ende der Tangente Zug/Baar befinden und der Anschluss zur Autobahn. Derzeit tut sich dort einiges: Parallel zur Südstrasse wird eine Baupiste erstellt, damit die Südstrasse später um zwei Spuren erweitert werden kann. Der Bereich rund um die Südstrasse muss abgesenkt werden, damit die zusätzlichen Spuren ebenfalls unter der Bahnbrücke durchgeführt werden können. Für diese Arbeiten sind dieser Tage grosse Bagger im Einsatz. Damit sie gefahrlos arbeiten können, werden die Starkstromleitungen abgestellt. «Wir haben vom Netzbetreiber exakte Zeitfenster erhalten, in denen wir den Starkstrom abschalten und die Arbeiten ausführen können», erklärt Bruno Christen, Projektleiter bei der kantonalen Baudirektion.

Bei der Kreuzung Zugerstrasse/Südstrasse wird der Verkehrsknoten Neufeld mit der Lichtsignalanlage nach Osten verlegt, damit die Strassenunterführung Zugerstrasse erstellt werden kann. Die Umleitung sowie die Signalisationsänderung erfolgen am Freitag, 11. August, zwischen 14 und 15 Uhr. Der Verkehr wird anschliessend in einem Bogen über das Landwirtschaftsland um die Kreuzung geführt. Für den Langsamverkehr wurde ein drei Meter breiter Weg auf der Ostseite gebaut. Das Trottoir auf der Westseite ist gesperrt und die Bushaltestelle Südstrasse in Richtung Baar verschoben worden.

Entwässerungskanal wird verlegt

Auf dem Land östlich der heutigen Kreuzung sind derzeit weitere Vorbereitungsarbeiten für den Bau der Unterführung im Gang. Der Bauplatz wurde bereits installiert. Ebenso ist man zurzeit daran, einen Schutzwasserkanal auf dem Grundstück östlich der Zugerstrasse zu verlegen.

 

INWIL Die Tangente Zug/Baar hat auch Auswirkungen auf den Langsamverkehr – also Fussgänger und Velofahrer – in Inwil. Die Unterführung Rigistrasse wurde durch die Fussgängerbrücke Inwilerstrasse ersetzt. Die neue Stahlbrücke führt derzeit zwar noch über eine Brache. Künftig wird unter ihr jedoch die Tangente durchführen. In ihrer Nähe wird ausserdem der Kreisel Inwil gebaut. «Es ist in diesem Gebiet sinnvoller, eine Brücke als eine Unterführung zu errichten. Damit muss weniger eingegriffen werden», sagt Bruno Christen.

Die Brücke ist inzwischen so gut wie fertiggestellt. Es müssen nur noch kleinere Arbeiten daran vorgenommen werden wie etwa die Installation der Beleuchtung. Dort setzt der Kanton auf ein spezielles System. Die Lampen werden in das Brückengeländer eingebaut und werfen ihr Licht dann nach unten auf die Brücke. Damit werde das Licht sehr gezielt eingesetzt und die Umbebung dadurch kaum gestört. An die Bevölkerung übergeben wird das neue Bauwerk am 23. September. «Die Übergabe findet im Rahmen eines Festes statt, bei dem wir auch gleich noch über den Stand der Arbeiten informieren», sagt Bruno Christen.

Margelbach wird freigelegt

Rund um das Gebiet an der Rigistrasse wird in den nächsten Tagen und Wochen ein Bau- und Installationsplatz eingerichtet. Dies, damit in den kommenden Monaten mit den Arbeiten an der eigentlichen Tangente und dem Kreisel begonnen werden kann. Bevor dies jedoch geschieht, wird in einem ersten Schritt das Gebiet rund um den sogenannten Knoten Inwilerstrasse renaturiert. «Der Margelbach wird auf der Süd- und Nordseite freigelegt und dann oberirdisch geführt», sagt Christen. Heute fliesst er unter dem Boden.

 

BAAR Im Gebiet Margel sieht es nach einer Grossbaustelle aus. Die Arbeiten in diesem Bereich sind aber schon weitgehend abgeschlossen. Der Margel bildet das vorläufige östliche Ende der Tangente. Die Strecke zwischen Talacher und Margel, die ebenfalls noch angeschlossen wird, ist ein separates Projekt.

Im Margel wurde der frühere Bachdurchlass unter der Ägeristrasse durch eine Brücke ersetzt. Zudem wurde die Böschung abgetragen und die Strasse zum Berg hin versetzt. Die Brücke ist seit Mai in Betrieb. In einem nächsten Schritt muss die Ägeristrasse abgesenkt werden. «Leicht westlich des heutigen Verlaufs der Ägeristrasse wird die Tunneleinfahrt erstellt», erklärt Bruno Christen. Mit den Aushubarbeiten für das Tunnelportal wird im Januar gestartet. Anschliessend wird der Strassenverlauf im unteren Bereich der Ägeristrasse nach Westen verlegt, sodass die Strasse in den Tunnel mündet. «Die Arbeiten in diesem Bereich sind herausfordernd, weil wir es mit relativ engen Platzverhältnissen zu tun haben», erklärt Christen.

Eröffnung ist für 2021 geplant

Die Tangente Zug/Baar ist das aktuell grösste Strassenbauprojekt im Kanton Zug. Seit Sommer 2016 sind die Arbeiten dazu im Gang. Bisher wurden vor allem Vorbereitungsarbeiten durchgeführt. Mit dem eigentlichen Hauptlos – also dem eigentlichen Neubau – wird im Herbst begonnen. Die Tangente Zug/Baar wird vom Knoten Süd-/Weststrasse, beim Autobahnanschluss Baar, auf der bestehenden Südstrasse zum Knoten Zugerstrasse verlaufen. Dort beginnt die Neubaustrecke. Sie führt über die Knoten Industriestrasse und Inwilerriedstrasse zum Knoten Rigistrasse bis zum Margel und dann zum Talacher. Die Eröffnung der Tangente Zug/Baar ist für 2021 geplant.

 


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