Die Personenüberführung könnte zum Knackpunkt werden

ROTKREUZ ⋅ Am 26. November können die Rischer über zwei Vorlagen abstimmen: zum einen über die Schulraumerweiterung und zum anderen über einen Bau am Bahnhof. Letzterer warf am Infoabend Fragen auf.
09. November 2017, 08:29

Die Gemeinde Risch ist am Wachsen. Das hat Auswirkungen auf die Schulraumplanung und hinterlässt auch am Bahnhof Rotkreuz seine Spuren. Die Hauptunterführung ist zu Stosszeiten brechend voll – ein Durchkommen zumal mit Velo oder Rollstuhl eher schwierig. Abhilfe soll die neue Personenüberführung Ost schaffen. Damit kommen zwei dringliche Vorlagen am 26. November zur Abstimmung an die Urne. Der Rischer Gemeinderat hat diese Woche zum Informationsabend in den Saal Dorfmatt geladen und die Wichtigkeit der Geschäfte betont.

Markus Scheidegger (CVP), Vorsteher Bildung/Kultur, bezeichnete den Objektkredit von 18,9 Millionen Franken für die Neu- und Umbauten auf dem Schulareal Waldegg in Rotkreuz als «Filetstück der Schulraumplanung». Er machte klar, dass die Prognosen für das Schuljahr 2023/24 eine Steigerung von 200 Schülern bestätigt wurden. «Bereits 2014 sind so viele Kinder auf die Welt gekommen, dass wir zwei Schulklassen mehr benötigen», erklärte er. Doch nicht nur die demografische Entwicklung spielt eine Rolle, auch soll die Infrastruktur an die veränderten Lehr- und Lernformen angepasst werden. Anschliessend an seine Ausführungen räumte der Gemeinderat Zeit für Fragen ein: Von den ungefähr 60 Interessierten hob aber keiner die Hand.

Bauelemente werden vorgefertigt

Anders bei der zweiten Vorlage: die Personenüberführung Ost. Ruedi Knüsel (FDP) übernahm das Wort und führte aus, wofür der Objektkredit von 9,8 Millionen Franken benötigt wird. Mit der Überführung sollen die Quartiere südlich und nördlich des Bahnhofs verbunden und den neuen Standort der Hochschule Luzern auf dem Suurstoffi-Areal erschlossen werden. Rechtzeitig mit der Inbetriebnahme des Neubaus des Campus Zug-Rotkreuz auf Studienbeginn im September 2019 soll auch die Überführung bereit sein. Diese werde, wenn alles nach Plan läuft, in den Monaten Januar bis Juli 2019 realisiert.

Die Fragen aus dem Publikum betreffen vor allem die barrierefreie Querung: «Für mich ist es eine Bedingung, dass ich die Überführung auch mit dem Velo benutzen kann», warf ein Votant ein. Knüsel versicherte: «Es hat Lifte, die auch mit dem Velo benutzt werden können.» Und beim Bau einer Rampe stimmt laut Gemeindepräsident Peter Hausherr (CVP) das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht. Auch eine Überdachung des Bauwerks kommt zur Sprache. Das Problem: «Der Preis würde um 25 bis 100 Prozent steigen», so Bauvorsteher Knüsel. Zudem müsse dann die ganze Konstruktion neu berechnet werden, was die Lancierung eines neuen Wettbewerbs nach sich ziehen würde. Der Gemeinderat rät indes zur Eile und verweist auf die Sanierung der SBB-Strecke am Ostufer des Zugersees. Eine Beschwerde gegen das Projekt ist noch vor Bundesgericht hängig. Während der Sanierung würde die Strecke gesperrt und die Züge über Rotkreuz geleitet. Diese Sperrung soll voraussichtlich 18 Monate dauern, und in dieser Zeit kann die Überführung nicht gebaut werden. «Das hätte die Konsequenz, dass wir bis 2021 hinten anstehen müssten», sagte Hausherr.

 

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: