Die Zuger lassen Punkte liegen

UNIHOCKEY ⋅ Zug United hat bei den Tigers mit 4:1 geführt und die Partie letztlich noch verloren. Die 6:8-Niederlage gibt Anlass zur Selbstkritik im Lager des NLA-Aufsteigers.
10. Oktober 2017, 04:39

Peter Rohner

sport@zugerzeitung.ch

Vier Minuten vor dem Ende schwammen den Zugern in Biglen die Felle endgültig davon: Erst nutzten die Tigers ein unkoordiniertes Pressing der Zentralschweizer zum 6:4, dann verwandelte Yannick Glauser einen Penalty souverän, und schliesslich traf Simon Steiner ins leere Tor zum 8:4. Diese drei Tore innert 78 Sekunden waren letztlich ein zu grosses Handicap für die Zuger im Schlussspurt ohne Goalie und mit zusätzlichem Feldspieler. Es reichte nur noch zu Resultatkosmetik durch Captain Sandro Poletti und Billy Nilsson. Die Tigers brachten die Beute in Form von drei Punkten ins Trockene, während die Zuger zum vierten Mal im fünften Saisonspiel trotz zwischenzeitlicher Führung mit leeren Händen dastanden.

Es war das ernüchternde Ende für einen über weite Strecken guten bis sehr guten Auftritt des Aufsteigers. Vor allem im ersten Drittel hatten die Zentralschweizer das Spieldiktat übernommen und den gleichsam schönen wie glückhaften Führungstreffer der Tigers durch Tore von Billy Nilsson, Jiri Koutny und Yannick Schelbert in eine 3:1-Führung verwandelt. «Das war unser bestes Drittel in dieser Saison. Wir hatten den Ball gut in unsere Reihen und waren auch stark in den Zweikämpfen», erklärt Koutny nach dem Spiel.

Der Goalie und das Unvermögen

Die Emmentaler versuchten im zweiten Spielabschnitt, die Zuger im Spielaufbau mit einem leicht höheren Forechecking zu stören. Dies gelang zumindest teilweise. «Die Tigers haben im zweiten Drittel zugelegt und uns das Leben schwerer gemacht», befand auch Koutny. Dennoch gelang den Zugern durch Steven Fiechter das 4:1 – es sollte allerdings für exakt 34 Minuten das letzte Tor der Zuger bleiben. Chancen, die Führung weiter auszubauen und das Spiel womöglich vorzeitig zu entscheiden, hatten sich den Zentralschweizern indes zahlreich geboten. Jürg Siegen­thaler im Tor der Tigers oder das eigene Unvermögen verhinderten dies. Weil Kevin Kropf und Christian Beer auf der anderen Seite trafen, betrug Zugs Reserve vor dem Schlussabschnitt nur ein Tor.

Der knappe Vorsprung erwies sich für die Zuger dann als eben zu knapp. In der 48. Minute, kurz nach einem ungenutzten Powerplay der Zuger, traf Thomas Gfeller aus einem Gewühl vor dem Zuger Tor zum Ausgleich, und nur 25 Sekunden später schoss Joël Willi mit einem Distanzschuss das 5:4. Diesem Rückstand rannten die Gäste zuweilen etwas kopflos nach, was in der Triplette vier Minuten vor dem Ende mündete. «Im letzten Drittel passierte, was uns leider in der letzten Partie immer wieder passierte: Wir kassierten zwei schnelle Tore», ärgerte sich Jiri Koutny. «Wir müssen 60 Minuten konzentriert spielen und nicht nur zwei Drittel», sagte der Tscheche selbstkritisch.

Tigers – Zug United 8:6 (1:3, 2:1, 5:2)

Espace-Arena, Biglen. – 332 Zuschauer. – SR Schüpbach/Studer. – Tore: 8. Flühmann (Strohl) 1:0. 11. Billy Nilsson (Thomas Grüter) 1:1. 12. Koutny (Menon) 1:2. 15. Yannick Schelbert (Koutny) 1:3. 25. Fiechter (Abt) 1:4. 27. Kropf (Johan Samuelsson) 2:4. 34. Beer (Gfeller) 3:4. 47. Gfeller (Flühmann) 4:4. 48. Willi (Engel) 5:4. 56. (55:26) Brechbühl (Flühmann) 6:4. 57. (56:03) Glauser 7:4 (Penalty). 57. (56:44) Steiner (Kropf) 8:4 (ins leere Tor). 59. Poletti (Ausschluss Ruch) 8:5 (Zug ohne Goalie). 60. Billy Nilsson (Koutny) 8:6 (Zug ohne Goalie). – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Tigers Langnau; keine Strafe gegen Zug United.


Leserkommentare

Anzeige: