Diese jungen Rocker erobern Zugs Bühnen

BAAR ⋅ Die Band Vamprovia interpretiert bekannte Songs und gibt ihnen eine persönliche Handschrift. Doch die fünf Musikbegeisterten wollen auch mit eigenen Liedern punkten – an Ideen und Auftrittsmöglichkeiten mangelt es nicht.
13. Oktober 2017, 05:15

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

«Geschmeidig-melodiöser Hardrock mit Gesang, in dem auch ein bisschen Blues steckt» – so beschreibt der Schlagzeuger von Vamprovia, Stephan Kläy, die Musik, die er und seine vier Bandkollegen machen. Der Gitarrist und Sänger Björn Kalbitzer fügt hinzu: «Wir spielen keinen harten Heavy-Metal. Wir machen Musik, die bei den Leuten Freude auslösen soll.» Eine kleine Kostprobe im Bandraum in Hünenberg beweist: Der Sound von Vamprovia geht unter die Haut, reisst einen mit und macht Lust auf mehr.

Lust auf mehr – das haben auch die fünf Bandmitglieder. Neben Björn Kalbitzer (20) und Stephan Kläy (22) sind das Lars Kalbitzer (Gesang, 17), Dominik Annen (Bass, 19) und Marco Faoro (Gitarre, 19). Die jungen Zuger machen seit rund drei Monaten in der aktuellen Formation zusammen Musik. Jetzt geht es dar­um, Bühnenerfahrung zu sammeln. Ein erstes grösseres Konzert durften sie im September im «Dukes» in Sihlbrugg geben. «Es war grossartig. Wir freuen uns auf alle weiteren Live-Auftritte», sagt Björn Kalbitzer. Einer steht schon morgen auf dem Programm: Die Truppe wird im «Cheers» in Baar auf der Bühne stehen (siehe Hinweis).

«Wir wollen mit unserer Musik etwas mitteilen»

Noch spielen die Jungs von Vamprovia in erster Linie Coversongs. Foo Fighters, AC/DC, Lynyrd Skynyrd oder Gotthard sind Interpreten, deren Lieder sie an ihren Konzerten zum Besten geben. «Wir covern aber nicht eins zu eins», erklärt Stephan Kläy. Jedes Stück trage eine persönliche Handschrift. Mit «Creed» hat die Gruppe kürzlich den ersten eigenen Song präsentiert. «Creed» heisst ins Deutsche übersetzt «Glaubensbekenntnis», das Lied handelt vom Leid, das auf der ganzen Welt geschieht, und davon, wie wir Menschen es wahrnehmen und damit umgehen. «Ich möchte nicht nur über Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll schreiben», sagt Björn Kalbitzer, aus dessen Feder das Stück stammt. «Wir wollen mit unserer Musik etwas mitteilen.»

Ziel der Band ist es, weitere eigene Songs einzustudieren. Doch das braucht Zeit, wie die Mitglieder alle wissen. «Aus diesem Grund haben wir mit Covers gestartet. So können wir jetzt schon zeigen, was wir drauf­haben», erklärt Stephan Kläy. Im Dezember steht ein Auftritt am «Rock am Tannhof» in Baar auf dem Programm. «Bis dahin soll der nächste eigene Song stehen. Die Ideen sind auf jeden Fall vorhanden», ergänzt Björn Kalbitzer. Als nächsten grossen Schritt wolle man später auch Demo-Aufnahmen einspielen.

Mit dem Improvisieren hat alles begonnen

Die Brüder Björn und Lars Kalbitzer haben bereits im Kindesalter gemeinsam mit ihrem Vater Musik gemacht. Zusammen mit Dominik Annen, der zuvor in einer Musikschulband Erfahrungen gesammelt hatte, und mit einem damals noch anderen Drummer gründeten sie im Sommer 2016 die Band. Marco Faoro und Stephan Kläy, der zuvor bei der Zuger Band Nevermind spielte, kamen später dazu. Man kannte sich aber schon aus früheren Projekten, etwa von Jam-Sessions in der Galvanik in Zug. Der Name Vamprovia hat übrigens nichts mit Vampiren zu tun. Das englische Verb «to vamp» heisst auf Deutsch «improvisieren». «Mit dem Improvisieren hat alles begonnen, der Name passt darum gut zu uns», sagt Björn Kalbitzer.

Sind sie für einmal nicht im Bandraum in Hünenberg anzutreffen, gehen die jungen Männer Berufen wie Hochbauzeichner, Automechaniker oder Dentalassistent nach. Die Musik ist das verbindende Element – daraus hat sich im Laufe der Zeit auch eine Freundschaft ent­wickelt. «Wir harmonieren gut miteinander. Das ist wichtig», betont Björn Kalbitzer. Ausser Stephan Kläy, der in Steinhausen wohnt, stammen alle Bandmitglieder aus Baar.

Für die Zukunft haben die fünf Musikbegeisterten vieles vor. So ist beispielsweise die Teilnahme am Zentralschweizer Nachwuchsbandwettbewerb Sprungfeder eine Option. Doch das geht erst, wenn sie weitere eigene Songs vorlegen können. Ein Traum, den allen vorschwebt, ist eine Tournee. Oder ein eigenes Album. Um diesen Zielen näher zu kommen, gilt es zunächst, fleissig Konzerte in der Region zu spielen. Die fünf sind sich einig: «Wir sind bereit für das, was kommt.»

Hinweis: Morgen spielen Vamprovia ab 21 Uhr im «Cheers» an der Dorfstrasse 34 in Baar. Weitere Infos: www.facebook.com/Vamprovia


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