Dieser junge Zuger hat klare Ziele

FUSSBALL ⋅ Seit kurzem ist Leonard Reci ein Twen. Im Fussball will er bei seinem Verein Zug 94 ein Stammspieler werden. Auch seine Liebe des Lebens hat er schon getroffen und hat mit ihr nächstes Jahr Grosses vor.
13. Oktober 2017, 05:15

Martin Mühlebach

sport@zugerzeitung.ch

Leonard Reci, der am vergangenen Mittwoch seinen 20. Geburtstag feierte, erzählt: «Ich bin ein Albaner mit mazedonischem Pass. Obschon ich in der Schweiz geboren wurde und ohne Unterbruch hier lebe, habe ich mich bisher hier noch nicht um eine Einbürgerung bemüht. Obwohl ich mehrmals mit diesem Gedanken gespielt habe.»

Nicht nur in Gedanken spielte Reci beim FC Baar Fussball, ehe er zur U16 des FC Luzern (FCL) wechselte. Als der offensiv vielseitig einsetzbare Leonard Reci für die U17 des FCL in sieben Meisterschaftsspielen neun Tore schoss, träumte er von einer Profikarriere. Dieser Traum platzte, als er wegen einer langwierigen Schambeinentzündung mehrere Monate pausieren musste. Sein bisheriges fussballerisches Highlight erlebte Reci im Jahr 2015. «Mit der U21 des FCL gewannen wir unter Trainer Gerardo Seoane den international besetzten Youth-Cup mit einem 1:0 Finalsieg gegen den FC Zürich.»

Seit dem Winter 2016 trägt Leonard Reci nun die Farben von Zug 94 (1. Liga). In der laufenden Saison stand er im Cupspiel gegen Kickers Luzern erstmals in der Startformation. «Weil ich die Saisonvorbereitung wegen eines Ferienaufenthalts in Mazedonien verpasste, reichte es mir zuvor nur zu Teileinsätzen. Nun habe ich den Trainingsrückstand aufgeholt und bin fit.» Mit seiner Schnelligkeit und seiner mentalen Stärke wolle er sich einen Stammplatz erkämpfen», betont Reci. Er, der seine Junioren-Trainer Michele D’Onofrio und Patrick Schnarwiler als seine grössten Förderer bezeichnet, lobt auch seinen derzeitigen Trainer bei Zug 94. «Roli Widmer», sagt Reci, «ist ein super Typ. Er ist fachlich hervorragend beschlagen. Dank seinen abwechslungsreich und intensiv gestalteten Übungseinheiten vermögen wir uns von Spiel zu Spiel zu steigern.»

In der Schnelligkeit und dem dynamischen Verhalten in offensiven 1:1-Situationen sieht Leonard Reci seine fussballerischen Stärken. Selbstkritisch bemerkt er: «Aber im Defensiv­verhalten habe ich noch Mängel auszumerzen.» Als sein Vorbild bezeichnet er Cristiano Ronaldo. Ihm imponiere, wie der portugiesische Superstar sozusagen aus dem Nichts etwas Zählbares herauszuholen vermöge. Seit Ronaldo bei Real Madrid spiele, sei er auch ein grosser Fan des spanischen Serienmeisters», schiebt Reci nach. Nach einer kurzen Besinnungspause erzählt der Real-Fan: «Mein Onkel Valdet, der als ehemaliger Halbprofi in Mazedonien Fussball spielte, hat mir das Flair für diesen Sport vermittelt, während mir mein Vater Asrit einen unbändigen Ehrgeiz und Arbeitswillen eingeimpft hat. Er und meine Mutter, die in allen Lebenslagen hinter mir stehen, sind sozusagen meine Mentoren.»

Eine glückliche Liebe und viel Ansporn im Beruf

Leonard Reci, der von seinen Kollegen kurz Leo genannt wird, zeigt auch im Berufsleben vollen Einsatz. Nach der vor kurzem erfolgreich bestandenen kaufmännischen Lehre als Sachbearbeiter ist er bereits als erfolgreicher Inseratenverkäufer der Re Fonlu­tion AG in Hünenberg tätig. «Ich habe mir zum Ziel gesetzt, jede Woche mindestens zehn Inserate zu verkaufen. Und in absehbarer Zeit möchte ich in der Re Fonlution zum Verkaufsleiter aufsteigen», verrät Reci.

Passend zu dieser Aussage betont er: «Ich mag nicht lange um den heissen Brei herumreden. Gemäss meinem Lebensmotto ‹Probleme sind da, um gelöst zu werden›, sage ich offen und direkt, was ich denke, wenn mir etwas missfällt.»

Dass der junge Mann genau weiss, was er will, und seine Vorstellungen oft auch umzusetzen vermag, verdeutlicht er mit den Worten: «Vor knapp zwei Jahren widerfuhr mir das Beste meines Lebens. Während der Pause eines Fussballturniers in Affoltern am Albis stach mir eine wunderschöne Frau ins Auge.

Nach dem Spiel hielt ich nach ihr umsonst Umschau. Sie war nicht mehr zu finden.» Aber er habe danach alles unternommen, um sie mit Hilfe von Verwandten und Bekannten ausfindig zu machen. «Mit Erfolg», sagt Leonard Reci glücklich lächelnd. «Wir trafen uns, und es funkte sofort. Es war Liebe auf den ersten Blick. Und schon im kommenden Sommer werden wir heiraten.»

Zug 94 will guten Lauf bestätigen

Die Liebe seines Lebens gibt Reci die Kraft, sowohl im Sport als auch im Beruf Topleistungen vollbringen zu wollen und zu können. Im Hinblick auf sein nächstes Spiel mit Zug 94 gegen Baden (Samstag, 16 Uhr, Hertiallmend) sagt er: «Die Aargauer stellen ein offensiv spielstarkes Team. Wir werden aber nicht in Ehrfurcht erstarren. Nach fünf in Serie gewonnenen Partien werden wir top vorbereitet und selbstbewusst auftreten und unseren derzeit guten Lauf bestätigen.»

Mit einem Sieg würde Zug 94 den nur einen Punkt mehr ausweisenden FC Baden überholen und ins vordere Mittelfeld der Tabelle vorstossen.


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