Abriss der SBB-Brücke an der Weststrasse geht ins Geld

ZUG ⋅ Die Stadt Zug will eine ehemalige SBB-Brücke an der Weststrasse schleifen und die dortige Wanne ausfüllen. Diese Arbeiten können sich bei einem anderen Projekt als sehr nützlich erweisen.
08. November 2017, 21:45

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Der Verlauf der SBB-Schlaufe, die bis zu Beginn der 1990er-Jahre von den Zügen übers Säuliamt nach Zürich benutzt worden ist, kann bald nur noch erahnt werden. Nun soll mit der Quader-Brücke über die Weststrasse ein weiteres Relikt dieser Verbindung verschwinden (Artikel vom 3. November).

Wie der Stadtzuger Bauchef André Wicki sagt, muss dieses Geschäft nicht vom Grossen Gemeinderat abgewinkt werden. Der Grund: Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe. Das Projekt ist im Budget 2018 im Investitionsprogramm bis 2027 der Stadt Zug als separates Projekt ausgewiesen. Kostenpunkt: 400000 Franken. André Wicki sagt dazu: «Wir füllen diese Wanne auf, die Strasse wird neu ohne Absinken und Ansteigen durch den Damm führen.»

Diese Begradigung bringt aber, wie Wicki betont, keine Änderung des dortigen Verkehrsregimes. Die Zufahrten zum Gärtnermagazin des Werkhofes und zur Curling-Halle beziehungsweise zur Academy-Arena bleiben erhalten, wie sie heute sind.

Es liegt eine Beschwerde gegen das Projekt vor

Jedoch könnte diese Verbindung, wie der Bauchef weiter erklärt, «allenfalls als Umgehungsroute für den Bus genutzt werden, wenn die General-Guisan-Strasse eingeebnet wird». Die Planung für dieses Projekt steht, kann aber derzeit wegen des Tunnelbaus für die Meteorwasserleitung nicht ausgeführt werden. Die Realisierung dürfte frühestens nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Angriff genommen werden. Durch diesen Durchlass führt auch eine Fanmarschroute. Die Begradigung hat für Wicki einen grossen Vorteil: «Die neue Strassenführung wird somit helfen, eine bessere Übersicht zu erhalten.»

Das Schleifen der Brücke vereinfacht auch das Wärmeprojekt Circulago der Wasserwerke Zug (WWZ). Zwei Leitungen dieses Energieverbundes sollen im Damm geführt werden. Eine mühsame Querung der Weststrasse sei dadurch nicht notwendig. Hierbei sei die Koordinierung solcher Vorhaben immer erwünscht, können doch so Synergien genutzt werden.

Wicki sagt, dass der Baubeginn im zweiten Quartal 2018 geplant sei: «Das heisst nach der EVZ-Saison.» Zudem erwähnt er auch, dass bereits eine Beschwerde gegen das Projekt eingegangen sei. «Das tangiert aber unseren Zeitplan kaum, da wir genügend Vorlauf eingeplant haben.» In der kürzlich vom ehemaligen Grossen Gemeinderat Patrick Steinle (parteilos, 2003–2010) eingebrachten Einzelinitiative, die den Bau eines Veloweges auf dem Bahndamm fordert, sieht Wicki kein Problem, «obwohl es seitens der Stadt keine konkreten Pläne in diese Richtung gibt». Für eine solche Verbindung vom Quartier Feldhof in Richtung See sei es sogar besser, wenn die Unterführung weg ist: «Man kann einen Weg auf dem Damm oder daneben gut an die Weststrasse anbinden.»


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