Ein Rollentausch mit Tücken

OBERÄGERI ⋅ «Schatz, ich bi da!» heisst das neue Stück, welches die Theatergruppe bis zum 25. November präsentiert. Ein witzig-freches Stück mit tüchtigen und talentierten Schauspielern.
13. November 2017, 07:59

Vanessa Varisco

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Jeden Abend dieselbe alte Leier, denkt sich Frieda (Regi Müller), als Fritz von der Seifenfabrik nach Hause kommt und jammert, wie schwer er doch zu arbeiten hätte. «Soll er doch bleiben, wo er herkommt», wettert sie, noch bevor er durch die Tür tritt. Mit dem ­neckenden Schlagabtausch zwischen Frieda und Fritz gewinnt die Theatergruppe das Publikum bereits im ersten Akt für sich. Frech, einfallsreich und herrlich locker präsentiert sich das Stück, und die Figuren zanken sich ordentlich zur Belustigung des Publikums. «Du ausrangierter Besen», schimpft Fritz (Daniel Blattmann) gegen seine Frau, und die Zuschauer krümmen sich vor Lachen. Und als kurz darauf beschlossen wird, dass die beiden einen Rollentausch vornehmen werden und Fritz sich als Hausmann versuchen wird, während Frieda Direktorin der Seifenfa­brik werden soll, ahnen die Besucher ein buntes Treiben in den vier Wänden der Familie Frisch voraus.

Die Kulisse ist schlicht gehalten, alles spielt sich im Wohnzimmer der Familie Frisch ab. Innerhalb der vier Wände mit dem grossen Sofa in der Mitte, dem Esstisch zur Rechten und dem Ohrensessel zur Linken strömen Nachbarn ein und aus, wichtige Geschäfte werden abgeschlossen, es wird gelacht, gemalt, gestritten. Frieda bringt die Seifenfabrik auf Vordermann, Fritz kümmert sich um den Haushalt. Dabei sind die Schauspieler so engagiert und leidenschaftlich in der Darstellung ihrer Figuren, dass die Zuschauer völlig versinken im kleinen Chaos der Familie Frisch. Jedes Augenverdrehen von Fritz, jede abwinkende Geste von Frieda, alles wirkt authentisch und perfekt aufeinander abgestimmt. Auch Tochter Gerda platzt zur richtigen Zeit überraschend mit ihren Zwillingen ins traute Heim.

Humor, Ironie und über­raschende Wendungen

Neben den prominenten Hauptrollen bereichern die kleineren Nebenrollen das Theater ebenso sehr. So beispielsweise Nachbar Robi Harzenmoser oder der gut betuchte Benny Hoch, Sekretär von Frieda. Eben macht sich Robi noch darüber lustig, dass Fritz jetzt zu Hause sitze, und wenig später klagt er selber: «Ich wurde gefeuert und meine Frau arbeitet wieder.» Über die Ironie jubeln und applaudieren die Besucher herzhaft.

Das raffinierte Stück arbeitet mit Humor, überraschenden Wendungen und harmonisch abgestimmten Szenen. Bis zum Schluss ist das Publikum gefesselt und wischt sich die Lachtränen aus den Augen. Der Rollentausch der Familie Frisch ist sehenswert für jedermann.

 

Hinweis

Weitere Vorstellungen: Am 15., 17., 18., 22., 24. und 25. November jeweils um 20 Uhr. Am Sonntag, 19. November, beginnt das Stück bereits um 17 Uhr.


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