Einblick in das Ägeribad

OBERÄGERI ⋅ Beim Baustellenbesuch des Ägeribads konnte sich die Bevölkerung einen Überblick verschaffen und sich informieren. Eine zukünftige Benutzergruppe sehnt sich nach ihrem ersten Zuhause.
08. Oktober 2017, 20:29

Hansruedi Hürlimann

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Obwohl es vorwiegend Beton zu sehen gab, waren die Strukturen des Ägeribads auch für Laien gut zu erkennen. Zusätzlich ermöglichten Baupläne, Beschreibungen und Visualisierungen eine klare Vorstellung von dem, was im Oktober 2018 in Betrieb geht. Und das ist nicht wenig, gibt es doch nebst den diversen Schwimmbecken auch ein umfangreiches Angebot an Wellness und Kulinarik. Hinzu kommt der direkte Ausgang ins Freie, sei es ins Schwimmbecken oder auf die Panorama- oder Gartenterrasse, die zum Restaurant gehören. Das Motto der beeindruckenden Anlage am Strandweg 1 heisst denn auch «Schwimmen, entspannen und geniessen».

Ein ganz besonderer Genuss ist die ungehinderte Aussicht auf den See und in die Berge. Zusammen mit dem Seebad, das als Park gestaltet wird und von den Besuchern ebenfalls benützt werden kann, ergibt sich «eine einmalige Anlage, wie man sie sonst nur im Tessin findet», sagte Josef Ribary, der Gemeindepräsident von Unterägeri. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass die beiden Talgemeinden das Grundstück im Baurecht übernehmen konnten.

Kritik wegen fehlender Rentabilität

Sein Oberägerer Amtskollege und Verwaltungsratspräsident der Aegeribad AG, Pius Meier, zeigte sich erfreut über «die vielen positiven Rückmeldungen». Wie bekannt ist, gab es im Vorfeld bei den Gegnern ernsthafte Bedenken, vor allem wegen der fehlenden Rentabilität. Diese Bedenken waren auch am Besuchstag zu hören von Leuten, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen. Die meisten Besucher zeigten sich jedoch beeindruckt. Stellvertretend ist hier Ester Brotschi-Meier zitiert, die sagte: «Ich finde es sehr schön und bin gespannt, wie es nach der Fertigstellung aussieht.»

Der designierte Geschäftsführer des Ägeribads, Stefan Schlatter, war mit dem Besucheraufmarsch sehr zufrieden. Als Fachmann für Bäder wurde er früh in den Planungs- und Entscheidungsprozess einbezogen. Für ihn steht nun insofern eine Herkulesaufgabe an, als er die Voraussetzungen für die ordentliche Betriebsaufnahme schaffen muss. Das heisst vor allem, entsprechendes Personal zu rekrutieren, ohne dass er den Bewerbern eine fertige Anlage zeigen kann. Besonders einen geeigneten Bademeister zu finden, sei nicht leicht, sagte Schlatter. Angesichts der komplexen technischen Infrastruktur brauchte diese Schlüsselfigur auch ein entsprechendes technisches Know-how. Schlatter ist dennoch zuversichtlich, dass das Ägeribad wie geplant in einem Jahr eröffnet werden kann.

Wer sich jetzt schon riesig freut, ist der SC Frosch Ägeri, der am Samstag für das leibliche Wohl der Besucher sorgte. «Nach 30 Jahren im Exil werden wir endlich zu Hause trainieren können», zeigte der Vizepräsident Timo Koller auf.

Eine grosse Menge Wasser

Ägeribad Für die Schwimmbecken rechnet man mit einem Bedarf von 25000 Kubikmetern Wasser, das vom gemeindlichen Wasserwerk kommt. Pro Eintritt wird mit einem Frischwasseranteil von 150 kalkuliert. Bei der permanenten Aufbereitung wird ein Teil davon gereinigt in den See geleitet. Für die Stromproduktion sorgt eine Fotovoltaikanlage, und die Heizenergie liefert eine CO2-neutrale Schnitzelheizung, betrieben mit einheimischem Holz.

(red)

  • Neue Luzerner Zeitung AG
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Ein Baustellenbesuch in Oberägeri zeigt den Stand der Bauarbeiten des Ägeribads auf. Im Oktober 2018 geht es in Betrieb.


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