Brauer Andreas Brand: «Einfach nur sensationell»

ZUG ⋅ Das erste Zuger Bierschiff war ein so grosser Erfolg, dass im nächsten Jahr zwei Schiffe für den Anlass nötig sind. Brauer wie Besucher zeigen sich vom Konzept begeistert, das primär auf die Regionalität setzt.
16. April 2018, 08:32

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Freitag und Samstag fand auf der MS Rigi das erste Zugersee Bierschiff statt. Und das Schiff am Bahnhofsteg bei der Katastrophenbucht wurde an beiden Tagen förmlich überrannt. So mussten die Besucher um 16 Uhr Geduld aufbringen und sich am Ende der Schlange mit den vielen Leuten anstellen, die alle das Bierschiff entern wollten. Am Freitag waren es statt den erwarteten 325 deren 680 Besucher, und am Samstag strömten rund 700 Gäste aufs Schiff.

«Ich bin überwältigt vom riesigen Besucheransturm», sagt Kurt Petak, Initiator und OK-Präsident, und mutmasst: Es sei wohl das Konzept mit den vielen regionalen Brauern und einem Getränkehändler, das die Leute ganz besonders schätzen würden. «Wir werden zusammensitzen und Bilanz ziehen», erklärt Petak und verrät: «Aber schon jetzt scheint sicher, dass wir im nächsten Jahr zwei Bierschiffe haben werden. Die Brauereien habe ich jedenfalls bereits.» Auch die zweite Ausgabe werde möglichst regional besetzt sein, aber es sei gut möglich, dass ein Gastkanton und ein Gastland eingeladen würden. «So können wir zum Beispiel die Kulinarik des Gastlandes präsentieren.» Der Bierhumpen aus Ballonen sei sicher auch im 2019 das Wahrzeichen des Bierschiffs, sagt Petak und lobt: «Ohne das gute Organisationskomitee und die vielen fleissigen Helfer wäre der Anlass nicht so toll geworden.»

In den Loungesesseln ein Bier geniessen

Schon bald ist an diesem Samstagabend der Platz auf der MS Rigi knapp. Besonders auch auf dem Heck, wo die meist jungen Leute chillen und in den Loungesesseln ein Bier geniessen.

Das Bierschiff sei ein gutes Pendant zu den bekannten Weinschiffen, sagt Besucher Tobias Bollmann: «Auch Bier ist und hat eine Jahrhunderte alte Kultur. Und ganz besonders toll ist die regionale Vierfalt, die hier geboten wird.» Noch vor zwei Stunden sei sie mit ihrem Freund Philipp Hess und ihrem besten Kollegen im «Schweizerhof» in Luzern gesessen, erzählt Nadine Willimann. Letzterer sei aus Zug und habe dann den Vorschlag gemacht, nach Zug auf das Bierschiff zu gehen. «Wir suchen in Zug eine Wohnung», sagt Hess und outet sich als grosser Fan von Zug. «Es ist wunderschön hier, wir suchen uns nun in Zug eine Wohnung und ziehen zusammen.» Dies, weil er in Oerlikon und seine Freundin in Luzern arbeite.

Auch Brauer Andreas Brand ist vom Anlass begeistert. «Einfach nur sensationell», sagt der Hotelier des Hotel-Restaurants Rigi-Seebodenalp, der mit seiner Frau Asha für die Gäste sein Rigi-Bier zapft. Er braue das Bier im Untergeschoss des Hotels, erklärt Brand. Trinken könne man es in Zug im Bistro zum Pfauen beim Kolinplatz und kaufen bei Bossard an der Grabenstrasse sowie im Getränkemarkt Weber Von­esch an der Industriestrasse.

Liebe zum Bier in Deutschland entdeckt

Auch der gebürtige Australier Paul Calder würde sein Longhawl Pale Ale gerne bei Weber Von­esch verkaufen. «Wir haben darüber bereits geredet», sagt der Brauer, der sein traditionelles Malzbier in Appenzell herstellt.

Die Zuger Ursi und Hanspeter Brändli geniessen einen Imbiss im Bug und schwärmen vom Baarer Bier, das ihnen bei der Degustation «am besten» gemundet hat. «Hanspeter fand das dunkle und ich das helle besonders gut», sagt Brändli, die mit ihrem Mann lange in Deutschland lebte und dort Bier zu mögen begonnen hat.


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