Erste Pläne für die Züglete stehen

ZUG ⋅ Im Jahr 2019 soll die Stadtverwaltung im L & G-Gebäude an der Gubelstrasse zentralisiert werden. Derzeit plant eine Projektgruppe den Umzug, und das Parlament kann bald über die Mittel beraten.
15. Mai 2017, 05:00

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung

«Das ist eine aussergewöhnliche Auf­gabe.» Mit diesen Worten bezeichnet Zugs Stadtschreiber Martin Würmli den geplanten Umzug der Stadtverwaltung von der Altstadt in das ehemalige Landis & Gyr-Gebäude an der Gubelstrasse 22. Im Jahr 2019 soll die Verwaltung hier zentralisiert werden. So haben es die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im September 2012 an der Urne beschlossen und bei einer zweiten Abstimmung im November 2016 bestätigt.

Nach dieser Abstimmung wurde bei der Stadt eine Projektgruppe eingesetzt, die sich seither mit dem Umzug der Stadtverwaltung beschäftigt und die von Würmli geleitet wird. «In der Gruppe sind all jene Abteilungen integriert, die am stärksten betroffen sind. Dazu zählen die Immobilien, das Personal, die Informatik und die Kommunikation», erklärt der Stadtschreiber. Die Gruppe befasse sich im Wesentlichen mit zwei Hauptfragen: «Erstens: Wie wollen wir die Verwaltung in der Gubelstrasse organisieren? Also welche Abteilung und welcher Arbeitsplatz kommen wo hin. Zweitens: Wie soll die eigentliche Züglete ablaufen?»

Bestehende Strukturen sollen genutzt werden

Zur ersten Frage wurden in der Projektgruppe – mit Hilfe von Büroplanern – bereits erste Entscheide gefällt. So hat man sich laut Würmli beispielsweise für eine horizontale Nutzung entschieden. «Wir belegen mit der Verwaltung das Untergeschoss, das Erdgeschoss sowie die drei Obergeschosse», führt Würmli aus. Geschoss vier bis sechs sollen vermietet werden (siehe Box). Die Departemente werden auf die einzelnen Geschosse verteilt, wobei die Abteilungen des Finanzdepartements über alle Geschosse verteilt sind. Die einzelnen Abteilungen sollen dabei so angeordnet werden, dass Synergien über die Departemente hinaus genutzt werden können. «Aus diesem Grund haben wir das Finanzdepartement auch aufgesplittet. Es macht da zum Beispiel Sinn, die Abteilung Immobilien, die zu den Finanzen gehört, in der Nähe des Hochbaus zu platzieren», erklärt Würmli. Die Stadträte werden auf dem Stock ihrer Departemente jeweils ein Einzelbüro erhalten.

Im Erdgeschoss wird das Betreibungsamt bleiben. Es ist bereits ins L & G-Gebäude umgezogen. Zudem soll es im Erdgeschoss eine unbediente Cafeteria, einen Publikumsbereich, zu dem etwa die Einwohnerkontrolle gehört, sowie mehrere Sitzungszimmer geben. Das erste Obergeschoss teilen sich das Finanzdepartement von Karl Kobelt und das Departement für Soziales, Umwelt und Sicherheit von Urs Raschle.

Im zweiten Obergeschoss sind vorwiegend Abteilungen des Baudepartements untergebracht. Das dritte Obergeschoss teilen sich das Präsidial- und das Bildungsdepartement. Im Untergeschoss werden die interne Post sowie ein Archiv untergebracht. «Das Layout zu erstellen, ist ein bisschen wie puzzeln: Man muss sich fragen, was macht Sinn? Wie kann der Platz am besten genutzt werden? Wer hat welche Bedürfnisse? – Beispielsweise für Einzel- oder Grossraumbüros», erklärt Würmli. Man sei deshalb auch noch daran, bei den einzelnen Abteilungen die Bedürfnisse abzuholen und diese mit den Gegebenheiten im L &G-Gebäude abzugleichen. «Unser Ziel ist, dass wir mit den bestehenden Strukturen bestmöglich arbeiten können.» Man wolle so wenig bauliche Anpassungen wie möglich vornehmen, sagt Würmli. Gleichzeitig betont er: «Das Layout, wie es jetzt vorliegt, ist noch nicht in Stein gemeisselt. Es kann bei der Einteilung auch noch Änderungen geben.»

Kredit von 4,9 Millionen Franken nötig

Darum könne auch noch nicht gesagt werden, wer am Ende wo seinen Arbeitsplatz haben soll. «Unser Ziel ist, dass wir das bis im Winter bekanntgeben können», sagt der Stadtschreiber und Projektleiter. Grundsätzlich werde auch im neuen Verwaltungsgebäude jeder Mitarbeiter ab einem gewissen Pensum einen eigenen Arbeitsplatz erhalten. «Und wir kaufen kein neues Mobiliar. Wir nehmen mit, was wir haben», sagt Würmli. Dies hänge auch mit dem eher engen Kostenrahmen zusammen, den man für den Umzug und die Zentralisierung der Verwaltung habe. 4,9 Millionen Franken stehen voraussichtlich für das Projekt zur Verfügung. Der Stadtrat habe sich diesen Betrag als Kostendach gesetzt. Der Kredit muss vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) aber erst noch gesprochen werden. In diesen Tagen wurde die entsprechende Vorlage dazu an die Mitglieder des GGR verschickt.

Der Vorlage ist unter anderem zu entnehmen, dass die Stadt von den 4,9 Millionen Franken rund 2,4 Millionen für den Innenausbau verwenden wird. 733 000 Franken werden für sanitäre Anlagen benötigt, und 550 000 Franken fliessen in die IT-Infrastruktur. «Hier geht es darum, dass wir unser Telefonsystem umstellen. Das müssten wir auch, wenn die Verwaltung bleiben würde, wo sie ist. Die Swisscom stellt die analogen Telefone ab», erklärt Würmli. Der GGR wird Ende Juni über den Kredit befinden. Im Sommer 2018 soll die Baubewilligung eingeholt und mit den Bauvorbereitungen begonnen werden. Ende 2018 wird Siemens voraussichtlich ausziehen, sodass anschliessend die nötigen Arbeiten vorgenommen werden können, damit 2019 der Umzug erfolgen kann. Würmli: «Wie die Züglete im Detail abläuft, wissen wir noch nicht. Klar ist, dass es eine strenge und spannende Zeit wird.»


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