14-Jähriger war im vergangenen Jahr 80 Mal auf dem Wildspitz

ZUG ⋅ 80 Mal ist Lukas Hürlimann im letzten Jahr auf den Wildspitz marschiert. Diese Rekordmarke knackte er dank eines ausserordentlichen Endspurts – und einer neuen Liebe.
15. Juli 2017, 05:00

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Der 14-jährige Lukas Hürlimann aus Walchwil ist im letzten Jahr 80 Mal auf den Wildspitz marschiert. Und dies bei «Wind und Wetter». Sein eigentliches Jahresziel sei 77 gewesen, sagt der junge Mann. «Doch als ich vom Wildspitz heruntergekommen bin, habe ich meine Tante getroffen und bin gleich noch einmal hochmarschiert.» Innert 24 Stunden ist Hürlimann vier Mal auf «seinen Berg» gewandert und ist so 2016 zu seinem persönlichen Rekord gekommen.

Der Grund für das eher ungewöhnliche Hobby eines 14-Jährigen gründet in der Leidenschaft seiner Mutter Esther. Denn Lukas begleitete diese, zu Beginn sporadisch, und gesellte sich mit der Zeit mehr und mehr dazu.

«Mein Tag ist der Freitag»

«Mein Tag ist der Freitag», sagt Lukas Hürlimann. Um 19 Uhr seien sie jeweils im «Alpli», um dann auf den Berg zu steigen. Seit Anfang 2016 wandert er auch noch am Sonntagmorgen. «Wir sind jeweils oben, wenn das Restaurant öffnet. Ich liebe es, am Sonntag in der Früh hochzu­gehen.»

Alle Aufstiege seien anders, es sei wirklich nie dasselbe, sagt Hürlimann und schwärmt von der Natur und den Pflanzen, die er «so sehr mag». Im Berggasthaus trinkt er bei kühler Witterung einen Tee und sonst ein Mineralwasser oder ein «Redline Zitronenmelisse». Lukas Hürlimann gefällt die schöne Aussicht und im Besonderen die nahen «Höger» der Alpen. Noch sei er nicht in der Jugendorganisation des Schweizer Alpen-Clubs. «Aber das interessiert mich schon.» Und reizt ihn das Klettern? «Jein», sagt Hürlimann, gibt aber zu, dass er schon oft im Goldauer Bergsturz herumgeklettert ist. Der Bergsturz – und da genauer die vielen schönen Pflanzen – hat es Lukas Hürlimann besonders angetan, wie er betont. «Und weil mich die Pflanzen so faszinieren, möchte ich auch gerne Landschaftsgärtner werden.»

Auf die Frage, wie er mit miesen Wetterbedingungen umgehe, antwortet Hürlimann: «Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleider.» Er gehe im Winter wenn möglich zu Fuss, nie mit Schneeschuhen, sondern lieber mit Tourenski. Und wie hoch ist das diesjährige Ziel an Auf­stiegen? «So viel wie möglich», sagt Lukas Hürlimann. «Eine bestimmte Zahl habe ich nicht geplant. Wichtig ist, dass ich Spass habe und mein Hobby voll und ganz geniessen kann.» Noch geht Hürlimann zur Schule und will ­regelmässig seine Freizeit- und Sonntagsaktivität geniessen. «Wenn ich in der Lehre bin, kann ich wohl nicht mehr so viel», schaut er voraus.

Und ist die Aufstiegsdauer für ihn ein Thema? «Manchmal schon», bekennt Hürlimann, der darauf zählen kann, dass seine Mutter jeweils seinen Rucksack trägt. 28 Minuten mit Turnschuhen und auf dem schnellsten Weg durch den Wald. So lautet sein Geschwindigkeitsrekord. Am längsten dauerte ein Aufstieg im Schnee vom «Hanse-Chrüz» aus, an dessen Dauer sich Hürlimann nicht erinnern kann. Er sagt nur: «Das hani nid gärn.» Mit Freude erinnert er sich aber an die Begegnungen mit Gämsen und Hirschen. Er lächelt und sagt: «Einzigartig.»


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