Im Husiclub helfen Schüler Schülern

NEUHEIM ⋅ An der Primarschule gibt es eine wöchentliche Hausaufgabenhilfe namens Husiclub. Die Gründe für den Besuch sind unterschiedlich.
05. Dezember 2017, 07:38

Der Husiclub ist im Klassenzimmer von Esther Schneider zu Hause. Es ist ein heller und einladender Raum im 3. Stock im Schulhaus Dorf in Neuheim mit einem ungehinderten Blick in die Moränenlandschaft. Jeweils am Donnerstagnachmittag nach Unterrichtsschluss kommen die Buben und Mädchen von der ersten bis sechsten Klasse hierher, um die Hausaufgaben zu erledigen. Dabei werden sie unterstützt von zwei Sechstklässlern und der Lehrerin Esther Schneider.

Am letzten Donnerstag standen Joel Trunk und Celine Hartmann im Einsatz. «Ich helfe gerne, und es macht mir Spass», sagt Celine als eine Schülerin, die ­selber mit Lernen und Hausaufgaben nie Probleme hatte. Es komme häufig vor, dass die Teilnehmer schon an der Aufgabenstellung scheiterten, so ihre Erfahrung,

Individuelle Arbeit und Hilfestellung

Es ist eine altersmässig durchmischte Gruppe von Schülern und Schülerinnen, die in entspannter Atmosphäre, aber dennoch gezielt an der Arbeit ist. Wie zum Beispiel die neunjährige Mia, die zusammen mit drei Kolleginnen aus Zeitungen «Nomen» ausschneidet und diese, zusammen mit dem richtigen Artikel, ins Grammatikheft klebt. Sie fühle sich hier wohl, sagt die Drittklässlerin, denn Frau Schneider sei «eine coole Lehrerin». Der elfjährige Finn, der mit seinem Zwillingsbruder Noah vor Ort ist, sagt, dass er hier gezielter seine Hausaufgaben erledige als zu Hause. Diejenigen, die damit fertig sind, können sich in der Klassenbibliothek ein Buch holen oder sich mit dem Laptop beschäftigen.

Unterstützung durch die Schulleitung

Der Anstoss zu dieser Art von Aufgabenhilfe kam laut Esther Schneider von der Schulleitung. Was sie nicht explizit sagt, man als Besucher jedoch spürt, ist die Tatsache, dass sie als Verantwortliche das Projekt trägt und prägt. Sie ist nach über 30 Jahren Unterrichtstätigkeit offenbar noch immer motiviert und bietet Schülern ein sinnvolles Angebot mit sozialem Charakter, das diese freiwillig in Anspruch nehmen können. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. So gibt es Schüler, die danach ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen im Bewusstsein, die Hausaufgaben erledigt zu haben. Oder Kinder aus Immigrantenfamilien, denen die Eltern schulisch keine Hilfe leisten können.

Hansruedi Hürlimann

redaktion@zugerzeitung.ch


Leserkommentare

Anzeige: