Himmlische Klänge, ergreifender Gesang

ZUG ⋅ In der voll besetzten Liebfrauenkapelle hat ein Adventskonzert die Zuhörer begeistert. Besonders zu gefallen vermochte das «Ave Maria» von Vladimir Vavilov.
04. Dezember 2017, 04:38

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Das Adventskonzert, das am Freitagabend in der voll besetzten Liebfrauenkapelle in der Zuger Unteraltstadt stattgefunden hat, wurde fast ausnahmslos von professionellen Musikern bestritten. So verwunderte es nicht, dass das zahlreich erschienene Publikum in den Genuss eines einzigartigen Konzerts kam. Nach dem Concerto grosso op. 6/8, dem Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli (1658–1718), standen mit der Motette «Mundi amores relinquendo» von Johann Adolf Hasse (1699–1783) und der ersten Symphonie «Noël» von Michel Corrette (1709–1795) zwei weitere Kompositionen aus dem Barock auf dem Programm. Bei «Repentir», das darauf folgende Werk von Charles Gounod (1818–1893), vermochten die bezaubernden Harfenklänge (gespielt von Selina Cuonz) und das feinfühlig vorgetragene Orgelspiel von Tobias Renner besonders zu gefallen. Das grandiose «Ave Maria» von Anton Bruckner (1824–1896) und das «Mariä Wiegenlied», op. 76 Nr. 52 von Max Reger (1873–1916), schienen kaum mehr zu toppen sein.

Doch es kam anders. Den absoluten Höhepunkt erlebte dieses beglückende Adventskonzert mit seinen himmlischen Klängen und dem ergreifenden Gesang ganz zuletzt. Das «Ave Maria» des russischen Gitarristen, Lautenspielers und Komponisten Vladimir Vavilov, das auf Umwegen unter dem Attribut Giulio Caccini Berühmtheit erlangte, drang tief in die Herzen des Publikums. Eine junge Frau sagte beim Verlassen der Liebfrauenkapelle: «Etwas so Schönes und Ergreifendes habe ich in meinem bisherigen Leben noch nie gehört.» Diese Aussage ist nachvollziehbar: Vladimir Vavilov hat es hervorragend verstanden, sein «Ave Maria» mit einem Hauch russischer Melancholie zu versehen, was eine tiefe Andacht zu erzeugen vermag.

Fantastischer Gesang

Sämtliche Musiker haben eine Topleistung erbracht. Mit ihrem gekonnten Spiel vermochten sie das Publikum vollauf zu begeistern. Die absolute Bestnote jedoch gebührt der Altistin Barbara Niquille. Mit ihrem tief ergreifenden, fantastischen Gesang hat sie dem Konzert die Krone aufgesetzt.


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