In Risch stehen hohe Investitionen an

FINANZEN ⋅ Die Rechnung der Boom-Gemeinde im Ennetsee schliesst mit einem deutlichen Plus von 5,7 Millionen Franken. Der Finanzchef ist zufrieden, aber nicht euphorisch.
14. April 2018, 08:24

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Risch ist bekannt als Boom-Gemeinde: Dieser Umstand wirkt sich auch auf die Finanzen aus. Ursprünglich sah die Finanzabteilung ein kleines Plus von 73 800 Franken für das Jahr 2017 vor. In der Rechnung steht nun aber ein Plus von rund 5,7 Millionen Franken. Dieser soll in die Zukunft investiert werden, so Finanzchef Francesco Zoppi (SVP). Denn im aktuellen Finanzplan 2018 bis 2022 ist die Rede von insgesamt 101,8 Millionen Franken an Bruttoinvestitionen.

Das positive Resultat resultiert gemäss dem SVP-Gemeinderat aus einem um 3,5 Millionen Franken tieferen Aufwand und einem um 2,1 Millionen Franken höheren Ertrag. Auch der bereits budgetierte Solidaritätsertrag von 1,4 Millionen Franken ist durch das Nein des Souveräns zum kantonalen Entlastungsprogramm weggefallen. «Wir sind auch vorsichtig mit den Aufwänden umgegangen. Die Besonnenheit von Risch schlägt sich durch», sagt Zoppi schmunzelnd.

Reserven für die Zukunft

Denn auch mit dem hohen Ertragsüberschuss ist der Finanzchef zufrieden und sagt: «Im Moment sind die Gemeinden im Kanton Zug generell gut unterwegs.» Von ihrem Rechnungsergebnis sollen in Anbetracht der grossen anstehenden Investitionen 5,6 Millionen Franken zu «Reserven für zukünftige Abschreibungen» gezählt werden. Laut Zoppi werden die Reserven vor allem für die Schulinfrastruktur, den Hochwasserschutz und für die Personenüberführung am Rotkreuzer Bahnhof benötigt. Nach und nach werde das finanzielle Polster aufgebraucht. «Für die hohen Investitionen wird sich die Gemeinde massvoll verschulden müssen. Das ist aber verkraftbar und finanzpolitisch gesund», versichert Zoppi. Mit den verbleibenden 100 000 Franken Überschuss soll das Verwaltungsvermögen zusätzlich abgeschrieben werden. Der Gemeinderat beantragt diese Gewinnverwendung an der kommenden Gemeindeversammlung.

«Eine kleine Delle in der Entwicklung»

Auch die Steuererträge haben die Kasse gefüllt: Diejenigen der natürlichen Personen liegen um 2,6 Millionen Franken über der budgetierten Zahl. Hingegen liegen die Steuereinnahmen der juristischen Personen um 2 Millionen Franken tiefer als erwartet. Zoppi relativiert: «Wir merken den Boom. Dass wir weniger Steuererträge von den Firmen erhalten haben, ist als kleine Delle in der Entwicklung zu sehen – ein sogenannter einmaliger Sondereffekt». Der Finanzchef rechnet weiterhin mit steigenden Steuererträgen der Unternehmen. Mit dem Budget 2018 haben die Rischer eine Steuerfusssenkung von 1 Prozentpunkt beschlossen. «Wir budgetieren jeweils nachhaltig, besonnen und gehen mit Bedacht vorwärts. Einen Kurswechsel braucht die Gemeinde nicht», stellt er fest. Und auch die Firmen würden in die Region kommen. «Der Sog ist fast schon natürlich.»


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