Holzbrücken für die Burg

ZUG ⋅ Die nächste Ausstellung im Museum Burg Zug befasst sich mit den Aspekten von Aus- und Zuwanderung. Das Projekt soll mit einer temporären Installation im Aussenbereich ergänzt werden.
07. Oktober 2017, 08:48

Am 24. November startet die aufwendig vorbereitete und angelegte Ausstellung «Anders. Wo.» in der Burg Zug. Bis Juli 2018 werden Zuger Aus- und Einwanderergeschichten thematisiert und erzählt – darin geht es um diverse Aspekte wie Reise, Heimat, Wegfahren, Ankommen, Integration. Fesselnde Geschichten und Schicksale von Einzelpersonen, die zeitlich zum Teil bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, geben dem Besucher mit einer Vielzahl an persönlichen Exponaten Einblick in die dauerhaft aktuelle Thematik der Migration.

«Anders. Wo.» soll mit einer externen Kunstinstallation mit starkem Symbolcharakter auf dem Gelände der Burg Zug ergänzt werden. Zwei oder drei sogenannte «Sackgass-Stege» aus Holz, platziert an unterschiedlichen Stellen auf der Umfriedung der Burg, führen dem Anschein nach zur Burg hin, respektive von ihr weg. Durch ihre Konzipierung als Stege, die faktisch ins Nichts führen, greifen sie die ungelöste Problematik der Mi­gration symbolisch auf. Die direkte architektonische Intervention auf dem Burggelände weist ideell auf die Ausstellung hin. Die Brücken sollen die Bedeutung der Burg als Jahrhunderte altes Inbild für Herrschaft, Macht und auch Unterdrückung aufbrechen.

Die temporäre Installation mit dem Namen «Somewhere» ist das Projekt des gebürtigen Zuger Künstlers Georg Krummenacher (*1983). Bewusst soll «Some­where» ins vertraute Stadtbild eingreifen und den Besucher einladen, sich in Gedanken und auch physisch auf neue Wege zu machen – und eine neue Sicht auf die mittelalterliche Trutzburg zu erlangen.

Differenzierungen werden aufgelöst

Das Kunstprojekt von Georg Krummenacher besteht neben den Holzstegen auch aus der Leuchtschrift «Somewhere». Diese steht für die Tatsache, dass niemand schon immer an einem Ort war. Die klare Zuordnung an einen Ort, zu einer Gruppe oder «Rasse» wird relativiert. Nichts in diesem Zusammenhang hat den Anspruch, eindeutig und definiert zu sein. Die Differenzierung zwischen Hier und Dort, zwischen Heimisch und Fremd verschwindet. Die Leuchtschrift verleiht der Burg auch zu nächtlicher Stunde eine neuartige Aura.

Die drei Holzstege haben die Form eines gegen oben hin offenen Hochrechtecks, sind zwischen sieben und neun Meter lang sowie je 0,8 Meter breit. Sie bestehen aus rohen, 27 Millimeter dicken Dreischicht-Holzplatten und ruhen je auf zwei Holzbalken von 12 mal 24 Zentimetern. Sie können auf eigene Gefahr von maximal drei Personen gleichzeitig betreten werden, worauf ein Schild hinweisen wird.

 

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch


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