Zentrumsprojekt nimmt wichtige Hürde

HÜNENBERG ⋅ Die Bevölkerung sagt deutlich Ja zum Bebauungsplan Maihölzli sowie zur Teilrevision des Zonenplans und der Bauordnung. Dies bei einer Stimmbeteiligung von rund 52 Prozent. Geht alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten in einem Jahr starten.
Aktualisiert: 
24.09.2017, 20:00
24. September 2017, 14:00

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch


Die Zentrumsplanung in Hünenberg kann in eine weitere Runde gehen. Die Bevölkerung gab an der gestrigen Urnenabstimmung grünes Licht für den Bebauungsplan Maihölzli sowie für die Teilrevision des Zonenplanes und der Bauordnung. Das Resultat fiel deutlich aus: 2196 Stimmende sagten Ja zum Bebauungsplan, 783 legten ein Nein in die Urne. Das entspricht einem Ja-Anteil von knapp 74 Prozent. Bei der Teilrevision des Zonenplans und der Bauordnung liegt der Ja-Anteil bei gut 75 Prozent (2211 Ja- gegenüber 723 Nein-Stimmen). Die Stimmbeteiligung lag bei beiden Vorlagen bei rund 52 Prozent. 


Der Bebauungsplan Maihölzli sieht auf dem Areal östlich der Chamerstrasse fünf neue Gebäude vor. Neben Wohnungen, Dienstleistungsflächen und Büros wird auch die Migros in der neuen Überbauung unterkommen. Beteiligt am Projekt sind die Einwohnergemeinde, die katholische Kirchgemeinde und die Jego AG als Investorin. 

«Zukunftsträchtige Entwicklung des Zentrums»

Die Hünenberger Gemeindepräsidentin Regula Hürlimann freut sich über das deutliche Verdikt. «Ich danke allen Hünenbergerinnen und Hünenbergern, die mit ihrem Ja eine zukunftsträchtige Entwicklung unseres Dorfzentrums ermöglichen», sagt sie und betont: «Mit dem klaren Abstimmungsresultat ist es nun nur noch ein kleiner Schritt bis zur Realisierung des Projekts.» Das Ergebnis zeige, dass sich eine grosse Mehrheit der Bevölkerung auf das neue Zentrum und vor allem auch auf den neuen Grossverteiler freue. «Ausserdem wird der Dorfplatz durch das Projekt eine ganz andere Bedeutung bekommen», so Hürlimann.

Das Grüne Forum hatte als einzige Ortspartei den Bebauungsplan abgelehnt. Die Partei bemängelte, dass der preisgünstige Wohnungsbau zu kurz komme. Im Reglement ist festgehalten, dass von den Wohnungen der Kirchgemeinde mindestens 50 Prozent und von jenen der Einwohnergemeinde 30 Prozent preisgünstig sein müssen. Für die Gebäude der Jego AG gibt es keine Auflagen. Für Rita Hofer, Co-Präsidentin des Grünen Forums, ist dies eine «verpasste Chance». «Der Gemeinderat hätte über die gesamte Überbauung einen Mindestanteil definieren sollen.» Das Abstimmungsergebnis verbucht Hofer jedoch als Erfolg: «Wir sind keine grosse Partei, und trotzdem ist es uns gelungen, fast einen Drittel der Abstimmenden für das Thema zu sensibilisieren.» Das Bedürfnis nach mehr preisgünstigem Wohnraum sei offensichtlich vorhanden. «Das muss der Gemeinderat ernst nehmen.»

Wie geht es nun weiter? Der Bebauungsplan wird zusammen mit weiteren Unterlagen noch einmal öffentlich aufgelegt, wie Regula Hürlimann sagt. «Ich hoffe, dass dabei die Gegnerinnen und Gegner den demokratischen Entscheid akzeptieren und auf eine Beschwerde verzichten werden, so dass mit dem Bau des neuen Zentrums im Herbst 2018 begonnen werden kann.» Der Gemeinderat werde das Anliegen der Gegnerschaft ernst nehmen und bei einer Überbauung des gemeindlichen Grundstücks – die erst in einer zweiten Etappe erfolgen soll – die Frage des Anteils an preisgünstigen und Alterswohnungen vertieft prüfen. 

Weiterer Einsatz für günstigen Wohnraum

Das Grüne Forum hat über eine allfällige Beschwerde noch nicht beraten, wie Rita Hofer erklärt. Fest steht für die Co-Präsidentin, dass das Thema des preisgünstigen Wohnraums aktuell bleibt. «Wir werden dranbleiben. Das nächste grosse Projekt ist die Überbauung des Zythus-Areals. Auch dort werden wir uns für günstigen Wohnraum einsetzen.»


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