Pflegezentrum Luegeten: Finanzierung gesichert – Baubewilligung rechtskräftig

MENZINGEN ⋅ Der Umbau des Pflegezentrums Luegeten ist auf Kurs. Für die Verantwortlichen bleibt aber keine Zeit zu verschnaufen. Verwaltungsratspräsident Jürg Brändli erklärt, wieso.
13. September 2017, 05:00

Interview: Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Mit der Sicherstellung der Finanzierung und der Baubewilligung konnte das Umbauprojekt des Pflegezentrums Luegeten in Menzingen wichtige Hürden nehmen (siehe Box). Verwaltungsratspräsident der Luegeten AG, Jürg Brändli, ist mit dem Vorankommen zufrieden.

Jürg Brändli, wo stehen die beiden Projekte «Lueg emol» und «Luegeten unterwegs»?

Für den Ersatzneubau und die Nutzungsanpassung der Gebäude des Pflegeheims Luegeten ist alles im grünen Bereich. Die Baubewilligung liegt vor, und die Gelder wurden gesprochen. Der Pavillon als Übergangslösung während der Bauzeit steht momentan noch in Küsnacht, Zürich. Wir haben das Baugesuch bei der Gemeinde Menzingen eingereicht und sind zuversichtlich, dass wir ohne Einsprachen durchkommen.

Als Finanzierungspartner konnte die Luzerner Kantonalbank gewonnen werden.

Ja genau, damit steht die Finanzierung für die Realisierung des Projekts. Zudem sind auch die Gelder des Kantons und der Gemeinde gesprochen worden. Mit der Luzerner KB bietet sich uns eine langfristige, vernünftige Perspektive. Zu Gunsten einer flexiblen und kostenoptimierten Finanzierung gehen wir in den nächsten drei Jahren ein vertretbares Zinsrisiko ein, ab 2020 bietet sich uns aber eine volle Zinsabsicherung.

Welche Vorteile bringt die Zusammenarbeit?

Es handelt sich um einen regionalen Partner, der viel Erfahrung mit der Finanzierung sozialer Bauprojekte hat. Das zeigt sich auch am grossen Verständnis und Wissen. Es geht der Luzerner KB nicht nur darum, Geld zu platzieren. Es besteht ein vertieftes Know-how.

Die Finanzierung sorgte im Vorfeld für Diskussionen im Dorf. Die Gemeinde gehe als Aktionärin ein zu grosses Risiko ein, meinte die FDP. Haben Sie dafür Verständnis?

Bedingt. Ich war selber Gemeindepolitiker und kenne die Bedenken über steigende Pflegekosten. Es sind legitime Fragen. Allerdings muss man sich fragen, ob sie an die richtigen Adressanten gerichtet waren. Meiner Ansicht nach hätte man sich direkt an die Luegeten AG wenden können.

Sorgte das für Verunsicherung in der Luegeten?

Nein, wir waren immer der Überzeugung, dass wir die Finanzierung realisieren können und daher ist die Stimmung im Pflegeheim ruhig. Wir halten die Bewohner, deren Angehörige und die Mitarbeiter mit diversen Infoveranstaltungen stets auf dem Laufenden.

Was ist der nächste grosse Schritt?

Der Umzug in den Pavillon. Dieser steht im April 2018 an. Zwei Herausforderungen stehen dabei im Mittelpunkt. Wir haben einerseits eine grosse Menge, die gezügelt werden muss, und andererseits braucht es viel Vorbereitung. Für jeden Bewohner wird ein Zimmerplan angefertigt. Die Einrichtung wird im Vornherein festgelegt. Ziel ist es, dass der Bewohner am Morgen des Zügeltags sein altes Zimmer verlässt und am Abend in sein neues Zimmer einziehen kann. Unterstützung erhalten wir von einem erfahrenen Umzugsplaner. Der Umzug selber ist mit einer generalstabsmässigen Logistik organisiert. Es muss vorwärtsgehen.

Wie wird das Leben im Pavillon?

Es bietet sich eine Komfortverbesserung. Jedes Zimmer verfügt etwa über eine eigene Nasszelle. Wir investieren viel und erarbeiten auch ein Farbkonzept. Es soll wohnlich sein, die Räume sollen voller Leben sein und eine angenehme Atmosphäre ausstrahlen.

Das Projekt ist ein Kraftakt für alle Beteiligten.

Das stimmt, aber ich freue mich auf die Realisierung. Es steckt viel Herzblut und Engagement darin. Bisher war auch «das Glück des Tüchtigen» auf unserer Seite. Wir hoffen, dass das so bleibt.


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