Eine neue Arena für die Oberwil Rebells

STREETHOCKEY ⋅ Am Samstag haben die Oberwil Rebells ihre Arena in der Herti eröffnet. Damit hat ein elfjähriges Ringen um eine neue Heimstätte für den Serienmeister ein Ende gefunden. Die Erleichterung ist gross.
10. September 2017, 19:26

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

Maurus Schönenberger ist gut drauf. Das kommt nicht von ungefähr. Am vergangenen Samstag ist im Beisein von zahlreicher Prominenz die neue Streethockey-Anlage in der Herti mit einem Freundschaftsspiel gegen den slowakischen Meister HBK Hokeymarket Skalica eröffnet worden. Für einmal hat für Maurus Schönenberger das Resultat dieser Partie der beiden europäischen Streethockey-Spitzenteams eher am Rand interessiert. Das aus einem einfachen Grund: Die Sika-Arena im Norden der Zuger Sportmeile ist eröffnet worden. «Ich bin einfach nur erleichtert», sagt Schönenberger. Er ist seit elf Jahren Präsident der Oberwil Rebells. Und ebenso lange hat er für eine neue Heimstätte für seinen Klub gekämpft: «Ich habe mir dabei nicht nur Freunde gemacht.» Doch er habe immer die Sache im Kopf gehabt. Jetzt ist er vollkommen zufrieden: «Es ist grossartig. Wir haben die beste Streethockey-Anlage der Schweiz unter freiem Himmel.» Dass Maurus Schönenberger dies nun sagen kann, ist auch sein Verdienst. «Die Beharrlichkeit hat sich gelohnt», sagt er. Doch es habe auch Zeiten gegeben, in denen er den Glauben verloren habe. Er sagt nun auch Danke allen Beteiligten, die das Projekt gestemmt haben.

Die Stadt Zug hat das Spielfeld bezahlt, das nun alle internationalen Vorgaben erfüllt. Diese haben sich verändert, da nun auch in der Schweiz mit fünf gegen fünf Feldspielern um Punkte gekämpft wird. Das Spielfeld in der Herti ist 52 Meter lang und 26 Meter breit. Die öffentliche Hand hat dabei 1,18 Millionen Franken in das Projekt eingeschossen. Bis dieser Kredit alle politischen Hürden genommen hatte, hatten Maurus Schönenberger und die Seinen noch bangen müssen. Im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug haben sich aber letztlich diejenigen durchgesetzt, die sich den Streethockeyanern gegenüber in der Pflicht sahen.

Die Arena ist ein Gemeinschaftsprojekt

Aber noch einmal die gleiche Summe haben die Rebells beigesteuert. Nun verfügt die Anlage nicht nur über das perfekte Spielfeld, sondern auch über ein Infrastrukturgebäude mit Garderoben, WC-Anlagen, einem Klublokal mit Küche und je einem Technik- und Materialraum. Da sind Toi-Toi und der Container nun nicht mehr vonnöten. «Das Auftreiben der Summe ist für den Klub nicht leicht gewesen», sagt Maurus Schönenberger. Aber gemeinsam haben wir es geschafft. Einige Handwerker hätten Arbeiten für ein Butterbrot erledigt. Andere Gelder gesprochen. Eine Summe sei auch aus dem Lotteriefonds gesprochen worden: «Wir haben aber auch von vielen grossen und kleinen Sponsoren finanzielle Unterstützung bekommen.» Ein namhafter Zustupf ist von der Sika gekommen. Die Firma hat nun das Namensrecht für die Heimstätte der Oberwiler: Sika-Arena. Doch alles in allem gesehen, sei die Finanzierung trotz allem ein «Kraftakt» gewesen, erinnert sich Maurus Schönenberger. Geholfen hat aber auch die Korporation, welche einer definitiven Lösung am jetzigen Standort zugestimmt hat.

Die Odyssee der Oberwil Rebells hat begonnen, als Lärmklagen aus der Nachbarschaft dem Spielbetrieb auf dem Schulhausplatz in Oberwil den Garaus gemacht haben. Das war im Jahre 2007. Die Rebells sind daraufhin ins Herti verbannt worden. Im März 2007 haben dann die Zuger Stimmbürger einer Initiative zugestimmt, die einen Streethockeyplatz in Oberwil propagiert hat. Als dann die Stimmbürger dem für den Bau notwendigen Kredit in der Höhe von 6,7 Millionen Franken verweigert haben, konnte wieder alles von vorne beginnen. Die Oberwiler Lösung hätte in einer Halle verwirklicht werden müssen. Einen Tag nach dem Scheitern des Baukredits vor dem Stadtzuger Souverän ist dann eine Motion eingereicht worden, welche den Bau einer definitiven Anlage am provisorischen Standort gefordert hat. Bis dann die ganze Sache in Fahrt gekommen ist, vergehen wiederum Jahre der Abklärungen und Abwägungen. Im Vorjahr dann endlich der Durchbruch. Der Baukredit der Stadt passiert den Gemeinderat, auch die Korporation gibt ihren Segen – die Arbeiten konnten beginnen.

Zum richtigen Zeitpunkt ist die Baute schlüsselfertig

Nun sind sie fristgerecht beendet worden. Nach dem Freundschaftsspiel gegen das slowakische Spitzenteam empfängt der letztjährige Meister am 24. September Bettlach zum ersten Meisterschaftsspiel der Saison 2017/2018. Maurus Schönenberger wird dann wie immer der Partie gespannt folgen. Auf dem Nachhauseweg muss er aber nicht mehr daran denken, wie es um die Zukunft der Rebells bestellt ist.

Die neue Anlage dient auch dem Nachwuchs

Für Maurus Schönenberger ist die Sika-Arena ein Vorzeigeobjekt. Wichtig ist ihm aber auch, dass mit dieser jetzt zur Verfügung stehenden Infrastruktur die Nachwuchsförderung ohne Abstriche weitergeführt werden kann. Der Zuspruch, ein Jung-Rebell zu werden, sei ungebrochen, erzählt Schönenberger voller Stolz. Über hundert Nachwuchsspieler werden betreut.

So gesehen sei die Anlage auch ein Beitrag für die Jugendförderung. Die Rebells haben nun eine Zukunft, auch wenn Maurus Schönenberger dereinst sagen wird: «Ich höre als Präsident auf.»

  • Luzerner Zeitung AG
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Am Samstag haben die Oberwil Rebells ihre Arena in der Herti eröffnet. Damit hat ein elfjähriges Ringen um eine neue Heimstätte für den Serienmeister ein Ende gefunden.


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