Junge Wirbelwinde toben über die Bühne

ZUG ⋅ Ab Freitag führt das Kinder- und Jugendtheater den «Sturm» von William Shakespeare auf. Das Publikum erwartet ein lebendiges Stück mit schaurigen und romantischen Szenen.
09. November 2017, 08:31

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Tosende Wellen und rauschender Wind, ein dunkles, schauriges Wesen, das aus dem aufbrausenden Sturm mit seinen funkelnden Augen emporsteigt: Die Geburtsszene des Caliban hat das Kinder- und Jugendtheater Zug besonders unheimlich inszeniert. Dem Publikum, das das Stück «Der Sturm» von William Shakespeare ab Freitag im Theater Metalli sehen kann, dürfte es dabei eiskalt den Rücken runterlaufen. Der zügellose Caliban, halb Mensch, halb Monster und Sohn einer Hexe, die auf eine Insel verbannt wurde, kriecht und tobt mit wilden Schreien und Ächzen über die Bühne, verbreitet dabei Angst und Schrecken.

Die vier jungen Schauspieler, die die Figur darstellen, zeigen dabei vollen Einsatz. Sie brüllen laut und hemmungslos und verdrehen ihre Augen. «Mir gefällt an diesem Stück besonders, dass es etwas völlig anderes ist, nicht zuletzt wegen der Fantasiewesen wie dem Caliban oder den Luftgeistern», sagt Anna Locher aus Oberwil. Sie spielt die Tochter des auf der Insel herrschenden Prospero.

Hohe Präsenz der Schauspieler

Gestaltet ist das Stück sehr lebendig. Als Zuschauer kann man auf der Bühne immer wieder Neues entdecken, die Szenen folgen Schlag auf Schlag. Sie sind packend, mitreissend und voll mit engagiertem Schauspiel. Das schlichte Bühnenbild, bestehend aus einer Rampe und weissen oder feinen türkisfarbenen Vorhängen, wird vielfältig und fantasievoll eingesetzt.

Vorangetrieben wird die Handlung des Stücks, als König Alonso, dessen Sohn Ferdinand und weitere Adelige Schiffbruch erleiden und wie durch ein Wunder unverletzt am Ufer der Insel stranden. Während sich Ferdinand in die Tochter von Prospero verliebt und das Stück herzergreifend romantisch wird, planen andere Schiffbrüchige angetrieben von Caliban die Ermordung von Prospero. Die Handlungen sind harmonisch aufeinander abgestimmt, was von den Schauspielern zu jeder Zeit eine hohe Präsenz verlangt und eine Herausforderung darstellt. «Für die Premiere wünsche ich mir, dass die Einsätze gut klappen und die Energie des Stücks wirken kann», sagt Constantin Hartmann aus Buonas, der den Ferdinand spielt.

Hinweis

Premiere ist morgen Freitag um 19.30 Uhr im Theater Metalli an der Baarerstrasse 14, Zug. Weitere Informationen und Spieldaten unter www.kindertheaterzug.ch


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