Kampfwahl um den Sitz des Präsidenten

CHAM ⋅ Am Abstimmungssonntag, dem 24. September, möchten zwei Kandidaten das Zepter der Rechnungsprüfungskommission übernehmen. Dass es überhaupt eine Auswahl gibt, finden nicht alle Ortsparteien gut.
13. September 2017, 06:58

Mit dem Rücktritt von Walter Wyss (FDP) als Präsident der Chamer Rechnungsprüfungskommission (RPK) im Frühling dieses Jahres muss der Sitz nun neu besetzt werden. Die Stimmberechtigten haben am 24. September die Wahl zwischen ­Markus von Flüe (FDP), der per 1. August in stiller Wahl als neues Mitglied in die RPK gewählt wurde, und Daniel Camenzind (parteilos), der als langjähriges RPK-Mitglied ad interim den Präsidentenposten innehatte. Der Sitz soll für die restliche Legislaturperiode 2015–2018 besetzt werden.

Bereits über 15 Jahre ist Daniel Camenzind Mitglied der Chamer RPK. Er beschreibt die Kommission als gut aufgestellt mit verschiedenen Fachspezialisten. «In diesem Gremium sehe ich meinen Beitrag aktuell wie auch in der Zukunft durch Einbringung meines breiten Fachwissens im Finanzbereich», ­erklärt Camenzind den Grund ­ für seine Kandidatur. Diverse «Feuerwehreinsätze» habe er in den vergangenen Jahren erlebt: «Solche Situationen erfordern eine zeitliche Flexibilität und bringen einen ungeplanten Sonderaufwand mit sich.» Das langjährige RPK-Mitglied ist aber gut organisiert, sodass auch genug Zeit neben Beruf, Familie und Freunde für sportliche Aktivitäten wie Wandern, Triathlon und Langlauf bleiben. Dass er keiner Partei angehört, sieht er als Vorteil: «Ich bin frei von parteipolitischen Programmen und somit ausschliesslich dem Bürger und meinem Auftrag als RPK-Mitglied verpflichtet.»

Bereits der Vater war Präsident der RPK

Wo Camenzind auf RPK-Erfahrung setzt, betont Markus von Flüe seine Verwurzelung in der Ennetsee-Gemeinde. Er erklärt seine Gründe für die Kandidatur folgendermassen: «Ich selber bin in den Finanzen als Leiter Con­trolling zu Hause, zudem in Cham seit 50 Jahren bestens und stark verwurzelt und war selber schon in jungen Jahren Mitglied der RPK von 1993 bis 1998.» Auch die Parteizugehörigkeit erwähnt von Flüe mehrmals: «Als Kandidat der FDP wissen die Wähler, wofür ich stehe: eine zukunftsorientierte und verantwortungsvolle Finanzpolitik.» Vielleicht liegt das RPK-Präsidium aber auch in seinen Genen: Von 1982 bis 1991 war sein Vater, Hans von Flüe, Präsident. «Viele kennen mich, meine Familie und Eltern», sagt der bürgerliche Kandidat.

Die Ortsparteien – CVP, GLP, SVP und SP – machen indes keine Wahlempfehlung. SVP und SP sind sich einig, dass für den Rest der Amtsperiode eine Kampfwahl nicht mehr nötig gewesen sei. Hans Jörg Villiger, Präsident der SVP Cham, schreibt: «Mit der durch die FDP erzwungenen Ersatzwahl für 15 Monate entstehen der Gemeinde unnötige Kosten und Umtriebe in der Höhe von mehreren 10 000 Franken.» Die FDP Cham unterstützt den Kandidaten aus ihren eigenen Reihen, Markus von Flüe. Das Krifo Cham bevorzugt den parteilosen «und dank jahrelanger Erfahrung gut in die Materie eingearbeiteten Daniel Camenzind», gibt Roman Ambühl, Parteipräsident, Auskunft.

Die Chancen der beiden Kandidaten sind intakt. Daniel Camenzind ist zuversichtlich, dass die Chamer «einerseits auf Bewährtes und Kontinuität setzen, andererseits frische – und teilweise bereits eingebrachte – Ideen schätzen». Er meint abschliessend: «Die Wahl dürfte eng werden, ich bin jedoch positiv gestimmt.» Der Kandidat der FDP, Markus von Flüe, meint: «Ich rechne mir zwar gute Chancen aus, doch ich bin mir bewusst, dass diese Wahl offen ist und bleibt.»

 

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch


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