Ländlerspektakel mit Glanzmomenten

OBERÄGERI ⋅ Koryphäen der Schweizer Ländlerszene brachten an der «Innerschwiizer Ländler-Stärnstund» im Maienmattsaal jeden Ländlerfreund in Wallung. Mit Eigenkompositionen und viel Musikgespür rissen sie das begeisterte Publikum mit.
15. Mai 2017, 04:38

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Federleicht und melodisch – von Anfang an verzaubern die Musiker mit traditioneller Volksmusik, die einlädt mitzuwippen. Die Freude ist den Ländlerkönigen und ihren Mitmusikanten anzusehen, sodass der Funke schnell überspringt und bereits nach dem ersten Stück das Publikum in tosenden Beifall ausbricht.

Mit der Komposition «Carlo, Philipp und Dani» geht es dann auch gleich flott und gewitzt weiter. Zwischen den Stücken erzählen sie auch immer wieder Anekdoten aus ihrem Leben. «Platten, bei denen sich unsere Vorbilder zusammengeschlossen haben, mochten wir immer ganz besonders», erklärt Daniel Häusler. Auch sie haben nämlich eine CD herausgebracht, damit die Erinnerungen an einen Abend voller musikalischer Höhepunkte nicht der Vergessenheit anheimfällt.

Eigenkompositionen mit Geschichte

Die acht Leute verteilen sich auf drei Kleinformationen, und auch so kommen die Musiker ganz gross raus. So weben sich die Melodien raffiniert ineinander, und das virtuose Fingerspiel der Handörgeler reisst das Publikum beinahe aus den Sitzen. «Es ist unheimlich toll, dass wir dieses Projekt live auf der Bühne präsentieren können», findet Carlo Brunner. Wovon die zahlreich erschienenen Besucher sicherlich auch überzeugt sind. Immer wieder werden auch Eigenkompositionen aufgeführt, zu denen es stets eine Geschichte gibt. Voller Enthusiasmus geben die Musiker auf der Bühne ihr Bestes und strahlen in vollem musikalischen Glanz. Auch werden je nach Formation die Instrumente verschieden betont. Willi Valotti meint: «Im Ländler haben neben den Bläsern natürlich immer die Handörgeler eine massgebende Rolle gespielt. Und es ist zu hoffen, dass solche Handörgeler-Duette noch lange erhalten bleiben.» Bemerkenswert ist vor allem die extreme Präzision des einzelnen Musikers, aber auch bezüglich des Zusammenspiels. Jeder Ton sitzt und formt das gesamte Stück. Neben den traditionellen Ländlerstücken gibt es auch modernere, die jazzig angehaucht sind und ebenso zu überzeugen vermögen. «Besonders toll finde ich es, zu hören, wie unterschiedlich ältere und modernere Stücke klingen. Beide haben ihren Charme», findet Carlo Brunner.

Mit einem variantenreichen Abend voller verschiedener Formationen und abwechslungsreichen Stücken präsentiert sich die «Innerschwiizer Ländler-Stärnstund» als ein glänzender Moment im Saal Maienmatt, was das Publikum mit stehender Ovation und tosendem Applaus bestätigt, sodass die Musiker mit Vergnügen die eine oder andere Zugabe anhängen.


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