Foodfestival: Liebe, die durch den Magen geht

ZUG ⋅ Bei so vielen Gaumenfreuden hatte man die Qual der Wahl. Zum fünften Mal fand am See das Foodfestival «Gluscht» statt. Ob klassischer Hot Dog oder exotisches Curry, satt wurde hier jeder.
15. Mai 2017, 04:38

Nils Rogenmoser

redaktion@zugerzeitung.ch

Die milden Temperaturen sowie die feinen Düfte lockten am Samstag Kulinariker in Scharen an. Die Leute kamen nicht ohne Grund mit Appetit – zusammen konnte man auf den Festbänken plaudern und sich verköstigen sowie die verschiedensten kulinarischen Ecken der Welt bei einem Rundgang erforschen.

Die Stände mit Essen aller Art hatten sich eng nebeneinander eingerichtet, was entscheidungstechnisch im guten Sinne nicht förderlich war. Sicherlich boten sich Chancen für neue kulinarische Abenteuer. Originale Münchner Weisswurst, frischer geräucherter Lachs aus Alaska, scharfes Curry aus Indien – kulinarische Vielfalt par excellence an drei unmittelbar nebeneinanderliegenden Ständen. Angelo Martinovic entschied sich zum Mittagessen für das polnische Nationalgericht Bigos: «Ich hatte vorher noch nie davon gehört, angesprochen hat mich das Sauerkraut darin. Es war sehr lecker.»

Eine Herzenssache

Die Betreiber der Stände konnten sich wahrlich nicht über zu wenig Arbeit beklagen – das Ausschöpfen und Nachwürzen ihres Essens ist für sie aber in erster Linie Herzenssache. Der gebürtige Kameruner Lucien ist stolz auf seine exotischen Früchte. Nebst Passionsfrüchten und Avocados aus Togo preist er seine Ananas aus Kamerun als die beste der Welt an: «Aufgrund des regenreichen und milden Klimas kann die Ananas das ganze Jahr geerntet werden – einmal pro Woche werden die Früchte per Express-Flugzeug aus Kamerun in die Schweiz geliefert. Die Frucht bleibt frisch und ist sehr süss.» Lucien arbeitet für die Firma Fruitpassion, deren Leitidee es ist, auf Bestellung wilde Früchte aus dem Urwald von Kleinbauern zu importieren. Die Familie Karma stammt ursprünglich aus Tibet und ist für die «Gluscht» aus Olten angereist. Zu viert kocht und serviert die Familie hausgemachtes Curry, Frühlingsrollen oder Nudelgerichte in riesigen Woks. Chime erklärt ihre Beziehung zum Essen: «Die Rezepte werden in unserer Familie seit Generationen weitergegeben und sind mit Leidenschaft gekocht.» Schmunzelnd fügt sie an, dass an ihrem Stand bestimmt das beste Essen angeboten werde.

Die diesjährige «Gluscht» bot mit Hilfe des Essens eine Weltreise durch verschiedenste Kulturen – obwohl die meisten Gerichte in der globalisierten Schweiz schon länger nichts Neues mehr sind, verband der Anlass die Menschen.


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