Littering-Patrouillen im Einsatz

ZUG ⋅ Die Stadt setzt auf eine neue Massnahme gegen Abfallsünder. Ab Freitag sind die sogenannten KIP-Patrouillen vorwiegend dem Seeufer entlang unterwegs. Sie sollen vor allem vermitteln.
16. Mai 2017, 07:21

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Die Stadt Zug will in Sachen Littering-Prävention neue Wege gehen: Ab kommendem Freitag werden in der Stadt darum so­genannte KIP-Patrouillen unterwegs sein. Die drei Buchstaben stehen für Kontakt, Information und Prävention. Mit dieser Massnahme will der Stadtrat «unschöne Begleiterscheinungen bei der Nutzung des öffentlichen Raums wie Littering, Ruhestörung und Sachbeschädigung» reduzieren, wie er in einer Mitteilung schreibt.

Unterwegs sein werden die Patrouillen vorwiegend in den Abendstunden und an den Wochenenden entlang des Seeufers. «Die KIP-Patrouillen nehmen eine vermittelnde Rolle ein. Wenn sie beispielsweise jemanden sehen, der im Begriff ist, seinen Abfall nicht wegzuräumen, suchen sie das Gespräch und machen die Person auf das Fehlverhalten aufmerksam», erklärt Stadtrat Urs Raschle, der dem Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit vorsteht. Bei den Gesprächen gehe es in erster Linie um Einsicht, Eigenverantwortung und Vernunft. Die Patrouillen sind zivil gekleidet. Sie tragen jedoch ein hellgraues Gilet mit der Aufschrift «KIP». Ordnungsdienstliche Befugnisse haben sie nicht. Das heisst, sie können keine Bussen aussprechen. Bei Littering gibt es eine Ordnungsbusse von 100 Franken. Dies bleibt weiterhin den Polizeiorganen – dazu zählen auch die Sicherheitsassistenten – vorbehalten. «Die Sicherheitsassistenten können den KIP-Patrouillen als Unterstützung dienen oder in schwierigen Fällen herbeigerufen werden», sagt Raschle und ergänzt: «Es ist wichtig, dass wir diese harte Hand im Hintergrund haben. Es ist aber genauso wichtig, dass Vermittler unterwegs sind.»

Einsätze werden abgestimmt

Die KIP-Patrouillen sollen die Lücke zwischen der bestehenden Jugend- und Gassenarbeit, der Tätigkeit der Zuger Polizei und der im Auftrag der Stadt Zug agierenden privaten Sicherheitsdienste schliessen, führt Raschle weiter aus. Ausgeführt werden die Patrouillengänge von Angestellten der Sicherheitsfirma Securitas. Die KIP-Patrouillen haben eine spezielle Schulung erhalten. Für den Beginn wurden acht Personen dafür ausgebildet. Ihre Einsätze werden mit der Zuger Polizei und den privaten Sicherheitsfirmen abgestimmt.

Kosten belaufen sich auf 40 000 Franken

Der Einsatz der Patrouillen ist ein Pilotversuch, der bis Ende September läuft. Die Kosten dafür belaufen sich für die Stadt Zug auf rund 40 000 Franken. Nach einer Auswertung im Herbst soll dann entschieden werden, ob die Patrouillen auch im nächsten Jahr wieder zum Einsatz kommen sollen. «Wir hoffen natürlich, dass die Einsätze nachhaltig sind und auch zu einer Verhaltensänderung beitragen», sagt Raschle.

Die Stadt Zug hat ihr Konzept bei der Litteringprävention auf diese Litteringsaison hin – also die Sommermonate – überarbeitet. Die Fachstelle Littering, die in den Jahren von 2013 bis 2016 betrieben wurde, gibt es nicht mehr. Dafür will die Stadt künftig mit neuen Massnahmen gegen Abfallsünder vorgehen. Eine davon sind die KIP-Patrouillen. Angedacht war ausserdem ein gastronomisches Angebot, das für eine gute Durchmischung des Publikums an neuralgischen Stellen sorgen sollte. Die Stadt hat sich eine Art Sommerbar vorgestellt. Das Konzept mit dem Namen «Buvette» gibt es bereits in Luzern und Zürich. Wie Raschle vor kurzem allerdings äusserte, wird die Massnahme in diesem Jahr noch nicht umgesetzt. Man sei derzeit daran, mögliche Buvette-Angebote für das Jahr 2018 zu prüfen. Aus zeitlichen Gründen könne auf den Sommer 2017 hin noch kein solches Angebot umgesetzt werden.


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