Mit Unterschriften die Parkplätze retten

ZUG ⋅ Der Gewerbeverein wehrt sich gegen die Abschaffung der Parkplätze auf dem unteren Postplatz – zum Schutz und Erhalt der Läden und Restaurants in der Altstadt. Jetzt hat der Verein eine städtische Initiative lanciert.
02. Dezember 2017, 08:41

Die Um- und Neugestaltung des Postplatzes bleibt ein Streitpunkt – zumindest für den Gewerbeverein der Stadt Zug. Er wehrt sich dagegen, dass auch die Kurzzeitparkplätze im unteren Bereich des Platzes sowie die Parkfelder in den angrenzenden Seitengassen verschwinden sollen.

Jetzt nimmt der Gewerbeverein einen weiteren Schritt in seinem Kampf gegen die Pläne der Stadt mit dem Postplatz: Am Donnerstag hat der Verein eine städtische Initiative gestartet. Unter dem Titel «Ja zu Gewerbe und Läden in der Altstadt!» sammelt das überparteiliche Initiativkomitee Unterschriften, um die 42 öffentlichen Parkplätze im genannten Bereich des Postplatzes zu erhalten. «Durch den Wegzug der Post und der Verwaltung verschlechtern sich die Bedingungen für die Gewerbetreibenden bereits massiv, und die Altstadt verliert an Attraktivität», führen die Initianten aus. Somit sei der Erhalt dieser 42 oberirdischen und kundenfreundlichen Parkplätze für 150 Geschäfte, Restaurants und Bars zwischen Post- und Kolinplatz umso wichtiger.

Benachteiligtes Altstadtgewerbe

Dass das neue Parkhaus unter der Hauptpost einen Verlust auch dieser Parkplätze wettmachen könne, glaubt der Gewerbeverein nicht, denn in der Neustadt gebe es – im Gegensatz zur Altstadt – ausreichend kundenfreundliche Parkmöglichkeiten mit direktem Anstoss zu den Geschäften. Das seien Vorteile, welche weder durch das Post-Parkhaus noch durch das Casino-Parkhaus wettgemacht werden könnten, argumentiert der Gewerbeverein und hält in diesem Kontext fest, dass das Altstadtgewerbe bezüglich oberirdischer Parksituation ungerecht behandelt werde.

Die Initianten sind überzeugt: Ein wichtiger Lebensnerv der Altstadt-Geschäfte würde durch die Aufhebung der oberirdischen Parkplätze massiv beeinträchtigt. Das Initiativkomitee betont dabei, dass sein Interesse nicht einfach nur des Erhalts der Parkplätze gilt, diese seien aber Mittel zum Zweck. Der Zweck sei der Erhalt der betroffenen Geschäfte, deren Vielfalt für die Altstadt sehr wichtig sei.

Auch das Abstimmungsergebnis bezüglich des Stadttunnels führt der Gewerbeverein als Argument gegen die Abschaffung der Parkplätze an. Durch die Ablehnung dieses Megabauprojektes sei ein grosser, verkehrsfreier Postplatz von der Post bis zum Regierungsgebäude ohnehin ­Illusion geworden.

Grosse Unterstützung

Am vergangenen Donnerstag hat der Gewerbeverein die ersten 100 Unterschriftenbogen verteilt. Kommende Woche werden weitere 300 per Post verschickt. «Wir haben grosse Unterstützung vom Gewerbe, von Ladenbesitzern und Anwohnern. Aber auch von politischer Seite», sagt Felix Kalt, Präsident des Gewerbevereins. «Die Gewerbler der Altstadt sind sich bewusst, dass ihre Umsätze einbrechen werden, wenn die Parkplätze wegfallen.»

Die Unterschriftenbogen können bis 28. Februar 2018 an den Gewerbeverein zurückgeschickt werden.

 

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch


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