Nach rund 80 Jahren ist für die Garage A. Huber AG Schluss

ZUG ⋅ Mit dem neuen Jahr verschwindet die Garage A. Huber AG und damit ein Zuger Familien- und Traditionsbetrieb. Dennoch werden die beiden bisherigen Standorte auch in Zukunft durch Autos geprägt.
29. Dezember 2017, 05:00

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Samuel Huber übergibt in zwei Tagen offiziell die Räume an der Baarerstrasse in Zug und die Angestellten der Garage A. Huber AG an die Auto Wild AG. Damit verschwinden nach rund 80 Jahren der Familienbetrieb und die Traditionsgarage A. Huber AG.

Reto Wild übersiedelt im Januar seine Garage von Walterswil nach Zug und übernimmt zu den bestehenden Marken Renault und Dacia neu auch Ford.

Die Übernahme der Ford-Vertretung, der Angestellten und die Vermietung der Garagen an der Baarer- und der Chamerstrasse sei schon länger familienintern beschlossen worden, erklärt Samuel Huber. «Das Ende der Garage A. Huber AG macht uns zwar ein wenig wehmütig, ist aber für die Mitarbeiter und die Kunden die ideale Lösung.» Ihm sei wichtig gewesen und darum auch eine Bedingung, dass all seine Leute übernommen werden und so ihre Stelle behalten könnten, ergänzt Huber. Er selbst wird neu als Chef für die beiden Marken Jaguar und Landrover bei der Emil Frey AG in Sihlbrugg zuständig sein. Diese hat bekanntlich im Februar dieses Jahres die dortige Auto Iten AG übernommen.

Verlust zweier Vertretungen

Glücklich ist auch Reto Wild, der sich auf den Umzug in die Stadt «enorm freut», wie er sagt. Schon sein Grossvater habe in den 20er-Jahren an Autos rumgeschraubt, erzählt er: «Ich habe Benzin im Blut.» Er freue sich, dass er aus zwei Betrieben nun einen machen und eine zusätzliche Marke vertreiben könne. «So sind wir jetzt näher bei den Leuten, was für unsere Zukunft wichtig ist. Das verbessert nämlich unsere Chancen im momentan schwierigen Marktumfeld», sagt Wild. Die Garagenliegeschaft in Walterswil hat Wild an die Schneider Umweltservice AG verkauft, die in verschiedenen Gemeinden – auch im Kanton Zug – den Abfall einsammelt.

Garage weitervermietet

Auch der zweite Standort der Garage Huber, Huber Premium-Cars an der Chamerstrasse, wird nicht mehr durch die Familie betrieben. Grund dafür ist der besagte Kauf der Auto Iten AG durch die Emil Frey AG. Damit verlor die zweite «Huber-Firma» an der Chamerstrasse in Zug die Vertretungen von Jaguar und Landrover. Dies, weil die Emil Frey AG als Importeur der beiden Marken deren kantonale Vertretung selber betreiben will. Und auch hier sei eine wirklich gute Lösung gefunden worden, wie Samuel Huber betont. Die Geschäftsräume der Huber Premium-Cars sind nämlich ab Januar an die Octo Zug AG vermietet. «Es ist toll, dass dort, wo die Garage A. Huber AG ihren Ursprung hat, weiterhin Autos zu sehen sind und Benzin und Diesel getankt werden können.»

Vor rund 80 Jahren brachte es Frieda Huber fertig, dass die Zuger Kantonalbank dem nötigen Kredit zustimmte, damit sie und ihr Mann Albert die Liegenschaft an der Chamerstrasse 18 am «Rand der Stadt» kaufen konnten. Im Familienbetrieb, in dem auch Alberts Bruder Ernst mitarbeitete, wurden anfänglich vor allem Lastwagen revidiert. Denn Privatautos waren damals noch äusserst rar. Die Söhne Engelbert, Oskar und Ueli Huber arbeiteten im Familienbetrieb, der Anfang 1946 die Vertretung von Ford übernehmen konnte. «Die Lincoln und Mercury aus den USA waren schöne Wagen», erinnerte sich Ernst Huber 1992 und sagte damals: «Doch das Polieren der Amerikaner, die für den Transport auf dem Schiff mit einer dicken Fettschicht geschützt wurden, war ziemlich mühsam.»


Leserkommentare

Anzeige: