Neuer Trinkwasserzubringer in der Schönegg

ZUG ⋅ Die alte Leitung, welche die Schönegg und Gimenen mit Wasser versorgt, muss ersetzt werden. Zwei Verfahren wurden geprüft, von denen das eine wegen mehrerer Vorteile klar bevorzugt wurde.
11. September 2017, 07:18

Am Chlingenrain oberhalb der Talstation der Zugerbergbahn liegt direkt am Waldrand das ­Reservoir, von dem aus eine rund 300 Meter lange Zubringerleitung aus Gusseisen zum Stufenpumpwerk Schönegg führt und von da aus die Quartiere Schönegg und Gimenen mit Trinkwasser versorgt werden.

Nachdem die Leitung wiederholt Schäden aufgewiesen hat, die jeweils aufgrund der Unwegsamkeit des Geländes aufwendig zu beheben waren, wollen die Wasserwerke Zug (WWZ) die bestehende Leitung ersetzen. Ein alternatives Wasserversorgungskonzept wie beispielsweise das Verlegen einer Leitung unter der Strasse, aber dafür partiell in geologisch instabiles Wiesland verlaufend, sei nicht angezeigt, da sich die bisherige Leitung gemäss Untersuchung zur Gänze in einem geologisch unbedenklichen Gebiet befinde. Dies ist im technischen Bericht zum Bauvorhaben zu lesen.

Zwei Verfahren, die bestehende Leitung zu ersetzen, hatten ursprünglich zur Debatte gestanden, von denen das sogenannte Berstling-Verfahren als das weniger in Frage kommende ausgeschieden ist. Dabei würde ein neues Rohr mit derselben Dimension wie das bestehende in dieses gewaltsam eingezogen, wobei es aufbricht. Da hierbei mit enormen Kräften gearbeitet werden muss, wäre die Zugmaschine in einem Graben mit Betonwand zu platzieren. Die Bauzeit wäre mit diesem Verfahren länger als bei den anderen Varianten. Ausserdem würde ein Versagen des Einzugs grossen Aufwand bedeuten.

Minimale bauliche Eingriffe in die Natur

Deswegen wurde beschlossen, in das bestehende Gusseisenrohr eine Kunststoffleitung mit Gesamtdurchmesser 125 Millimeter und Nenndruck 10 zu verlegen. Bei diesem sogenannten Relining-Verfahren, bei dem keine Grabung im Wiesland nötig ist, wird die alte Leitung an ihren Enden geöffnet und das neue Rohr in einem Stück eingezogen. Das bestehende bleibt in Zustand und Verlauf unverändert. Einzig die Hausanschlussleitungen werden dabei im offenen Verfahren bis ins jeweilige Grundstück ersetzt. Gemäss WWZ ist diese Variante aufgrund der minimalen baulichen Eingriffe im Waldgebiet sowie wegen der verhältnis­mässig kurzen Bauzeit und des optimalen Aufwand-Nutzen-Verhältnisses eindeutig vorzuziehen. Auch sei die Gefahr eines Versagens beim Einzug viel geringer als bei der weiter oben beschriebenen Berstling- Variante. Alternativ stand noch ein 125-Millimeter-Kunststoffrohr mit Nenndruck 16 zur Debatte. Dieses hat zwar eine höhere Druckfestigkeit, jedoch wäre so der Innendurchmesser geringer. Diese Alternative lehnte die Gebäudeversicherung ab. Sie bestand auf die Leitung mit dem grösseren Innendurchmesser. So sind die Quartiere ausreichend und zuverlässig auf längere Zeit mit frischem Trinkwasser versorgt. Die Gesamtkosten für dieses Bauprojekt sind mit 180000 Franken veranschlagt. Für die Bauarbeiten muss ein 255 Quad­ratmeter grosses Waldstück temporär gerodet werden. Nach Abschluss der Arbeiten wird ­dieses wieder aufgeforstet.

Sowohl das Baugesuch der WWZ als auch das Rodungsgesuch des Amtes für Wald und Wild liegen im Baudepartement Zug an der St.-Oswalds-Gasse 20 noch bis und mit morgen Dienstag zur Einsicht auf.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch


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