Die Blütezeit ist da, noch 100 Chriesibäume fehlen

KANTON ZUG ⋅ In diesen Tagen beginnt die Zeit der prachtvoll weiss blühenden Kirschbäume im Kanton. Das Projekt, das den Baumbestand um 1000 Stück ausbauen will, ist auf der Zielgeraden.
14. April 2018, 08:16

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Die Aktion «1000 Kirschbäume für Zug» steht kurz vor dem Ziel. Dieses Ziel lautet – unschwer zu folgern –, 1000 Chriesibäume in und vor allem um die Stadt Zug zu pflanzen. Heute kann das Projekt, das vor zehn Jahren von der Interessengemeinschaft (IG) Zuger Chriesi lanciert wurde, über 900 neu gepflanzte Kirschbäume an 77 Standorten vorweisen.

Bis Ende Jahr sucht die IG Zuger Chriesi darum nun noch Personen, Firmen oder Vereine, die eine Patenschaft für einen oder mehrere Bäume übernehmen. Stand heute registrieren die Verantwortlichen 772 Baumpatenschaften. «Wir befinden uns auf der Zielgeraden», sagt Peter Hegglin, Zuger CVP-Ständerat, Präsident der IG Zuger Chriesi und diplomierter Landwirt. «Aber wir brauchen die Unterstützung der Zuger Bevölkerung.» Ein Engagement sei die Möglichkeit, «die Renaissance der Zuger Chriesikultur zu unterstützen». Insgesamt sollen in der Region Stadt Zug Ende Jahr somit über 2500 Hochstamm-Kirschbäume stehen. Im Kanton dürften es dann rund 17 500 Bäume sein.

Chriesi, Kirschtorte oder Kirsch im Gegenzug

Wer «Kirschbaum-Götti» werden will, kann sich bei der IG Zuger Chriesi melden und erhält automatisch deren Mitgliedschaft. Eine zehnjährige Patenschaft für einen Hochstamm-Kirschbaum kostet vom ersten bis zum fünften Jahr 99 Franken jährlich, ab dem sechsten Jahr sind es 66 Franken. Insgesamt sind das 825 Franken über zehn Jahre. Inbegriffen sind dabei der Kauf und die Pflanzung inklusive Viehschutz eines jungen, veredelten Kirschbaumes sowie der jährliche Baumschnitt und der regelmässige Pflanzenschutz. Der Patenschaftsbeitrag wird ungefähr je hälftig für Baumpflanzung und Baumpflege beziehungsweise Vermarktung und Organisation der IG Zuger Chriesi verwendet. Um all dies sicherzustellen, schliesst die IG Zuger Chriesi mit den beteiligten Landwirten jeweils einen Vertrag ab.

Neben dem guten Gewissen, etwas für die Natur und das kulturelle Erbe Zugs zu tun, erhält eine Patin oder ein Pate ab dem sechsten Beitragsjahr, wenn die Kirschbäume einen Ertrag abwerfen, einen Gutschein für 2 Kilogramm Tafelkirschen im Wert von 15 Franken bei demjenigen Chriesibauern, bei dem sein Patenbaum steht oder am Zuger Chriesimärt. Alternativ steht ihm auch eine Zuger Kirschtorte oder eine Flasche Zuger Kirsch zu.

Gepflanzt werden die Bäume jedes Jahr zwischen November und März in unterschiedlichen Höhenlagen. Beispielsweise entlang dem Ostufer des Zugersees bis nach Walchwil, in der Letzi oder in Cham, Baar, der Lorzenebene und auf dem Guggi. Aber auch in Allenwinden und im Gebiet Inkenberg, in Ägeri oder auf dem Zugerberg.

Blühende Bäume über mehrere Wochen

Das hat einen Grund: Denn Bäume in tieferen Lagen blühen früher, ungefähr ab Mitte April. Die Bäume in höher gelegenen Gegenden folgen etwas später ab der zweiten Aprilhälfte. So sei gewährleistet, dass sich «die Pracht während mehrerer Wochen geniessen» lasse, schreibt die IG Zuger Chriesi. Allerdings hänge die Blütezeit auch von der Baumsorte ab.

Laut der IG Zuger Chriesi betreiben etwa 80 Prozent der rund 570 im Kanton Zug tätigen Bauernbetriebe Chriesianbau. Viele von ihnen beteiligten sich auch am Projekt «1000 Kirschbäume für Zug».

 

Hinweis

Wer eine Patenschaft für einen oder mehrere Bäume übernehmen möchte, kann dies tun unter: www.zugerchriesi.ch.


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