Im Kanton Zug öffnen nur wenige Läden am 24. Dezember

DETAILHANDEL ⋅ Mehr als die Hälfte der Zuger Gemeinden haben Heiligabend heuer zum Sonntagsverkaufstag erklärt. Federführend sind meist die Grossverteiler – ausser in der Stadt Zug. Dort dürfen die Kleinen bestimmen.
03. Dezember 2017, 07:33

Zoe Gwerder

zoe.gwerder@zugerzeitung.ch

Für die Angestellten des Detailhandels ist der 24. Dezember oft mit viel Stress verbunden. In diesem Jahr hatten wohl viele die Hoffnung, dass dies anders sein könnte – zu Recht, fällt doch Heiligabend auf einen Sonntag. Doch für einige ist die Rechnung nicht aufgegangen. Denn das kantonale Gesetz lässt zwei Sonntagsverkäufe zu – und in sechs der elf Gemeinden wurde einer der beiden auf den 24. Dezember gelegt (siehe Tabelle).

So auch in den beiden Grossgemeinden Baar und Cham. «Dies wird hauptsächlich durch die Grossverteiler vorgegeben», erklärt Arno Matter. Er ist Präsident des Gewerbevereins Baar. «Ich habe nichts dagegen – vor allem auch, weil niemand öffnen muss.» Es wird im Dorf denn auch unterschiedlich gehandhabt. Wie eine Umfrage bei lokalen Lebensmittelläden zeigt, werden wohl die meisten am 24. Dezember geschlossen haben. So auch die Metzgerei Rogenmoser. «Meine Leute haben im Dezember sowieso schon eine strenge Zeit. Da will ich es ihnen nicht noch strenger machen», sagt Inhaber Christian Rogenmoser.

Neudorf bleibt geschlossen

In Cham sieht dies bei der Städtli-Metzg anders aus – sie hat geöffnet. «Ich sehe das als eine Dienstleistung für den Kunden», so Inhaber Joe Wicki. Er geht davon aus, dass der Sonntagsverkauf am 24. Dezember keinen zusätzlichen Umsatz generieren wird. «Ich denke, man gibt den Franken nicht zweimal aus.» ­Geschlossen ist hingegen das Einkaufszentrum Neudorf. «Wir haben das gemeinsam ent­schieden», erklärt Fredy Wicki, Präsident der Mietervereinigung Neudorf. «Das Neudorf-Center hat nicht die Grösse und das Angebot, dass man darin seine Freizeit verbringt und flaniert – wie es beispielsweise in einer Mall of Switzerland oder im Emmen-Center der Fall ist.»

In der Stadt Zug hingegen hat sich der Stadtrat gegen eine Öffnung an Heiligabend entschieden. «Die kleinen, lokalen Geschäfte sind uns wichtig», erklärt Urs Raschle, Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit. Deshalb habe man sich in erster Linie mit diesen abgesprochen. Die Gesuche der Grossverteiler, am 24. Dezember offen zu haben, habe man entsprechend nicht beachtet. Dafür dürfen die Läden in der Stadt Zug am Sonntag, 17. Dezember, öffnen. «Dann findet auch der Weihnachtsmarkt statt – was insbesondere den Geschäften im Bereich Neugasse/Altstadt entgegenkommt», so Raschle. Die Vereinigung Pro Zug, die die unterschiedlichsten Interessengemeinschaften von Detailhändlern vereint, begrüsst den Entscheid des Stadtrates. «Bei uns war klar: Der 24. Dezember gehört dem Personal», sagt der Präsident der Vereinigung, André Odermatt. Der Entscheid werde von allen Geschäften getragen. «Auch die IG Metalli war gegen einen Sonntagsverkauf am Tag vor Weihnachten. Hätte diese ­darauf gepocht, offen zu haben, hätte wohl auch Pro Zug mit­gezogen.» Odermatt würde sich jedoch wünschen, dass der Entscheid über den ganzen Kanton gleich gefällt würde – oder man das kantonale Gesetz so anpasst, dass der Kanton die Sonntagsverkäufe bestimmen könnte. Anfangs habe es auch so ausgesehen, als bewillige keine der Gemeinden am 24. Dezember den Sonntagsverkauf. «Als dann aber bekannt wurde, dass Steinhausen den 24. bewilligte und das ‹Zugerland› geöffnet sein wird, sind viele der umliegenden Gemeinden eingeknickt.» Dass nun die Geschäfte in Zug geschlossen sein werden, das Zugerland aber geöffnet sein wird, empfindet er als eine «blöde Situation».

Migros und Coop grösstenteils geöffnet

Die beiden Grossverteiler Coop und Migros haben in den meisten Gemeinden mit Sonntagsverkauf am 24. Dezember ihre Filialen offen. Die Migros bleibt einzig im Neudorf geschlossen, und Coop lässt die Filiale in Hünenberg sowie jene im Oberdorf-Center in Baar zu.


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