Nur wenige sind durchgefallen

LEHRABSCHLUSS ⋅ Fast 94 Prozent der Jugendlichen, die im Kanton Zug eine Lehre absolvierten, haben auch ihren Abschluss geschafft. Und auch für alle anderen gibt es noch Möglichkeiten.
15. Juli 2017, 07:56

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Für zahlreiche Jugendliche waren die letzten Wochen nervenaufreibend. Der Grund: Ihre Lehrabschlussprüfung stand an. Insgesamt 1230 junge Männer und Frauen haben diese Prüfungen im Kanton in kaufmännischen oder gewerblich-industriellen Berufen sowie Berufen im Gesundheitswesen in diesem Jahr absolviert. Ein Grossteil der Jugendlichen konnte sich über den bestandenen Lehrabschluss freuen. Allerdings nicht ganz alle.

Gemäss Angaben des Amts für Berufsbildung haben insgesamt 77 Lernende aus Betrieben im Kanton den Abschluss nicht geschafft. Das entspricht einer Quote von rund 6,2 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich diese leicht verbessert. 2016 hatten 6,7 Prozent der Lernenden ihren Abschluss nicht geschafft. Einen deutlichen Unterschied der Quote lässt sich verzeichnen zwischen den Berufen im kaufmännischen Bereich sowie im Detailhandel und den Berufen aus den Bereichen Gewerbe, Industrie und Gesundheitswesen. So haben beim KV und im Detailhandel 17 von 396 Lernenden ihren Abschluss nicht geschafft. Das entspricht einer Quote von 4,3 Prozent. Der Notendurchschnitt lag bei 4,73. Im gewerblich-industriellen und gesundheitlichen Bereich haben 60 von 834 Schülern die Prüfungen nicht geschafft. Das sind 7,2 Prozent. Der Notenschnitt war hier allerdings noch etwas höher und lag bei 4,77.

In welchen Berufen die meisten durchgefallen sind, dazu konnte und wollte man beim Amt für Berufsbildung keine Auskunft geben. «Es gibt immer mal wieder Ausreisser. Aber grundsätzlich gibt es keine Tendenzen, die sich jährlich wiederholen», sagt die Kommunikationsverantwortliche Cornelia Bänninger. Feststellen lasse sich aber, dass die gesamte Quote über die Jahre ziemlich konstant sei.

Es gibt zwei weitere Chancen

Das bestätigt auch Roger Augsburger. Er ist Leiter der Ausbildungsberatung. Ansonsten scheint es aber schwierig, bei den Lehrabschlüssen irgendeine Art von Tendenz festzustellen. So halten sich die Quoten jener, die den praktischen, und jener, die den theoretischen Teil nicht bestehen, etwa die Waage. Und auch die Frage, wer jeweils die Prüfung nicht besteht, lässt sich nicht klar beantworten. «Es gibt wirklich alles: jene, die bereits Wackelkandidaten sind und es dann nicht schaffen; jene, die Wackelkandidaten sind und einen Lucky Punch haben; oder jene, von denen man es nicht gedacht hätte und die einfach ein Black-out ­haben», sagt Augsburger.

Klare Aussagen gibt es allerdings bei der Frage nach dem «Wie weiter?». Wer bei der Abschlussprüfung gescheitert ist, kann diese in der Regel ein Jahr später wiederholen. Dabei werden nur jene Bereiche geprüft, die ungenügend waren. Wenn die praktische Prüfung wiederholt werden muss, braucht es eine Arbeitsbestätigung. Müssen schulische Fächer wiederholt werden, braucht es eine Bestätigung der Berufsschule über den Schulbesuch. «Grundsätzlich empfehlen wir in einem ersten Schritt, wenn jemand nicht besteht, eine Noteneinsicht am besten zusammen mit dem Berufsbildner oder der Berufsbildnerin», sagt Augsburger. Dabei könne das weitere Vorgehen besprochen werden. Fällt man beim zweiten Mal durch, gibt es noch eine Gelegenheit. Die Prüfung kann im Jahr darauf ein letztes Mal wiederholt werden.


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