Ökihof-Mitarbeiter wegen Brand verurteilt

STEINHAUSEN ⋅ Im Januar hat es beim Steinhauser Ökihof gebrannt. Der Grund: Ein Ehepaar wollte seine Feuerzeugsammlung entsorgen. Nun wurde der Brandverursacher per Strafbefehl verurteilt.
13. April 2018, 08:00

Am Samstag, den 13. Januar dieses Jahres, kurz nach 8.30 Uhr, ging bei der Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei die Meldung ein, dass beim Ökihof in Steinhausen eine Pressmulde brenne. Die sofort alarmierte Feuerwehr Steinhausen sowie die Stützpunktfeuerwehr Zug waren schnell vor Ort und konnten, gemäss damaliger Polizeimeldung, den Brand rasch löschen. Trotzdem musste der Ökihof den ganzen Samstagvormittag geschlossen bleiben, und auch eine Strasse blieb während rund zwei Stunden gesperrt.

Kürzlich wurde der Brandverursacher nun von der Staatsanwaltschaft Zug per Strafbefehl verurteilt. Es handelt sich um einen 39-jährigen Mitarbeiter des Ökihofs. Kurz vor 8.30 Uhr, so steht es im Strafbefehl, hatte ein Ehepaar das Areal des Ökihofs betreten. Dort wollten die beiden unter anderem eine aus ungefähr 500 bis 1000 Stück bestehende Feuerzeugsammlung entsorgen. Das Ehepaar übergab die Sammlung, die auf drei Boxen aufgeteilt war, dem besagten Mitarbeiter, welcher drei der Feuerzeuge stichprobenweise einer Funktionskontrolle unterzog. Obwohl die drei getesteten Feuerzeuge allesamt brannten und eines davon anscheinend sogar eine 15 Zentimeter grosse Stichflamme hervorbrachte, kippte der Ökihof-Mitarbeiter sämtliche Feuerzeuge in die Schüttmulde der Abfallpresse.

Beim Sondermüll entsorgen müssen

Dort hätten sich die Feuerzeuge dann beim Pressvorgang auf der Förderstrecke entzündet. Das entstandene Feuer habe der Mitarbeiter selbst aber nicht mehr unter Kontrolle bringen können. Vielmehr musste er dafür die Feuerwehr alarmieren. Am Gebäude des Ökihofs entstand durch Russ ein Schaden von 3500 Franken und am Abrollcontainer-Transportsystem durch die Hitzeentwicklung ein Schaden von zirka 2500 Franken. Gemäss Strafbefehl missachtete der Ökihof-Mitarbeiter also die Vorschrift, wonach Feuerzeuge beim Sondermüll deponiert werden müssen. Das spätere Feuer sei für ihn vorhersehbar und die Schäden vermeidbar gewesen. Er wurde deshalb der Verursachung einer Feuersbrunst schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 50 Franken und mit einer Busse von 375 Franken bestraft. Die Zivilforderung der Gemeinde Steinhausen, der Eigentümerin des Ökihof-Gebäudes, wird von der Staatsanwaltschaft auf den Zivilweg verwiesen.

 

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch


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