Oldtimer im Regattamodus

SEGELN ⋅ Gegen 20 Nostalgie-Schiffe trafen bei herrlichem Sommerwetter in Cham zum Barrique-Cup ein. Es ist ein spezieller Wettkampf, zu dem nur alte Holzboote zugelassen sind.
08. August 2017, 07:47

Mindestens 40 Lenze muss ein Boot auf dem Buckel haben und natürlich aus Holz gebaut sein, damit es am Barrique-Cup an den Start gehen darf. Die Idee ist, den Besitzern dieser Schiffe eine Plattform zu bieten, sich kameradschaftlich zu messen, damit die schönen Boote nicht nur herumstehen und vermodern, sondern auch gepflegt und gesegelt werden. Mit dieser Oldtimer­regatta liess der Segelclub Cham seine Tradition mit alten Holzbooten bereits zum 14. Mal aufleben, und das Echo war gross. Bootsbesitzer aus der ganzen Zentralschweiz kamen, um ihre Prunkstücke zu zeigen.

Das wunderschöne Wetter an diesem 1. August hat sicher dazu beigetragen, dass schon mittags scharenweise Zuschauer aufmarschierten, um die nostalgischen Raritäten zu sehen, die am Clubsteg vertäut lagen. Nicht nur alte Holzjollen und Yachten galt es zu bewundern, auch Ruderboote, Motorboote und sogar ein alter kleiner Dampfer waren gekommen, um den Besuchern eine attraktive Show zu bieten.

Alte Liebe rostet nicht

Unter den vielen Oldtimern war auch die Segelyacht des Zugers Urs Peter Blum. «Blüme», wie er von seinen Segelfreunden genannt wird, ist begeisterter Regatteur. Als er in der Sekundarschule mit sechs Klassenkameraden einen Segelkurs besucht hatte, wurde er vom Virus befallen, und es hat ihn nie mehr losgelassen. In seiner langen Karriere hat er diverse Meistertitel geholt und wurde sogar einmal Europameister, allerdings nie mit seiner eigenen Holzyacht. Diese benutzt er nur fürs Freizeitsegeln.

Seit vierzig Jahren ist der gut 70-Jährige im Besitz dieser C49, und wer mit ihm spricht, spürt, wie sehr ihm die alte Dame ans Herz gewachsen ist: «Meine Kinder sind auf dem Boot herumgelaufen, wie andere auf der Strasse, so oft waren wir auf dem See. Aber das viele Holz braucht viel Pflege. Jeden Winter wird die Yacht in liebevoller Arbeit in einem Schuppen überholt, da darf man nicht zählen, wie viele Stunden man daran arbeitet.»

Beim Barrique-Cup machte Blüme eine Ausnahme und regattierte auch mit seinem Oldtimer. Ambitionen hatte er aber keine: «Es gibt schon Teilnehmer, die wollen hier gewinnen und haben ihr altes Holzboot sogar mit einem Karbonmast ausgerüstet. Für mich ist das ein toller Anlass, um sich unter Gleichgesinnten zu treffen, Freundschaften zu pflegen und natürlich das Boot zu zeigen.» Da spielte es auch keine Rolle, dass Blüme mit einer bunt zusammengewürfelten Crew antrat. Drei Wettfahrten konnten nachmittags auf dem Zugersee ausgetragen werden, und dass die C49 unter den 16 Klassierten trotzdem auf Rang 6 landete, wird Blüme wohl ohne grosse Emotionen zur Kenntnis genommen haben.

 

Walter Rudin

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Rangliste unter www.scc.ch


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