Olympia führt Zuger aufs Glatteis

ZUG ⋅ Vom Rampenlicht, das in Südkorea auf die Sportart Curling fällt, profitiert auch der lokale Klub. Neue Mitglieder sichern dessen langfristige Existenz. Der Verein verlässt sich dabei aber nicht nur auf ein gutes Abschneiden der Schweizer Teams.
15. Februar 2018, 08:28

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Olympische Spiele werfen alle vier Jahre Licht an die Ränder des Sportartenspektrums. Das kann für einen Mitgliederboom sorgen. Der Zuger Curling Club (CCZ) springt auf diesen Zug auf und bietet Neugierigen in den kommenden Tagen ein abwechslungsreiches Programm (siehe Box). Er hat gute Erfahrungen mit Olympischen Spielen gemacht: Nachdem der Chamer Patrick Hürlimann 1998 als Skip in Nagano die Schweiz zur Goldmedaille geführt hatte, feierte die Sportart hier den Durchbruch.

Seither bedeute jede Olympiasaison einen Zuwachs von etwa 20 Mitgliedern, sagt Yves Hess. Der 36-jährige Zuger spielt seit fast 30 Jahren Curling, dem Grossvater sei Dank. Er gewann 2016 den Schweizer-Meister-Titel im Mixed-Doppel – in der Disziplin also, wo am Dienstag die erste Schweizer Medaille an den laufenden Olympischen Spielen resultierte (Silber).

Schweizer Meisterschaft läuft gegenwärtig

Der CC Zug ist mit fast 200 Aktivmitgliedern zwar einer der grössten Vereine der Schweiz, auf neue Mitglieder sei er dennoch stets angewiesen, erklärt Hess. «Wir verlieren zwischen zwei Olympischen Spielen etwa vier Aktivmitglieder jährlich, manche davon altershalber.» Zug stellt immer wieder Teams und Spieler an nationalen Ausscheidungen. So spielt Yves Hess derzeit mit dem Team Zug Arisco an der Schweizer Meisterschaft. Und mit dem Team Zug Cablex um den Skip Jan Hess – er ist nicht mit Yves verwandt – ist noch ein zweites Team des CCZ vertreten.

Ja, es stimmt tatsächlich: Während die Olympischen Spiele laufen, wird in Flims die Schweizer Meisterschaft ausgetragen. Im April steht auch noch die Weltmeisterschaft auf dem Programm, an die der Meister reisen darf. Dass das aktuell nominell beste Schweizer Team aus Genf, das in Südkorea ist, dafür nicht in Frage kommt, mag bizarr erscheinen. Yves Hess kennt es nicht anders: «Die Teams, die sich für die Olympischen Spiele qualifiziert haben, sollen sich in der Saison voll und ganz darauf konzentrieren, das ist anstrengend genug», führt er aus. Wer weiss: Vielleicht kann man dank dieser Eigenart des Curlings bald schon einen WM-Teilnehmer in der Zuger Halle antreffen.


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