Vereinslokal «Centro Español» brannte am Sonntagmorgen lichterloh

STADT ZUG ⋅ Das Centro Espanõl in der Chollermühle hat am frühen Sonntagmorgen gebrannt. Der kultige Treffpunkt hat vermutlich Totalschaden erlitten. Der Präsident des ihn führenden Vereins hat eine Vermutung, was die Brandursache betrifft.
Aktualisiert: 
vor 8 Stunden
20. August 2017, 08:15

Raphael Biermayr und Andreas Faessler

Die Freiwillige Feuerwehr Zug stand am frühen Sonntagmorgen im Einsatz bei dem Vereinslokal «Centro Español» in der Chamerstrasse. Der Dachstuhl des Gebäudes stand lichterloh in Flammen. Das Feuer wurde von einer Nachbarin entdeckt, weil sie in der Früh von einem «Chlöpfen» geweckt wurde, wie sie gegenüber luzernerzeitung.ch angab. Daraufhin habe sie die Feuerwehr benachrichtigt. Als die Freiwillige Feuerwehr Zug am Brandort eintraf, brannte das Dach des Vereinslokals bereits lichterloh. Damit versteckte Glutnester gelöscht werden konnten, mussten Teile des Daches abgedeckt werden, schreibt die Feuerwehr in einer Medienmitteilung. Gegen 8 Uhr hatten die Einsatzkräfte das Feuer erfolgreich gelöscht.

Bereits am Sonntag nahmen die Brandermittler die Arbeit auf. Fündig wurden sie allerdings noch nicht, die Brandursache ist noch offen. Das Betreten des Gebäudes sei bis auf weiteres verboten – zu gefährlich, hiess es vor Ort. 

Das Centro Espanõl, das man im Volksmund nur den «Spanier» nennt, ist von einem Feuer am frühen Sonntagmorgen arg in Mitleidenschaft gezogen worden. «Aller Voraussicht nach handelt es sich um einen Totalschaden», sagt Antonio Rodriguez. Der Baarer ist Präsident des Vereins Centro Español de Zug, den es seit 1964 gibt und der das Lokal von der Stadt Zug gemietet hat und führt. Erst vor kurzem hat der Verein den Aussenbereich in Fronarbeit neu gestaltet.

Rodriguez konnte in Begleitung der Feuerwehr wenigstens noch das Vereinsbüro räumen. Er vermutet einen Kabelbrand als Ursache für das Unglück. Das Feuer sei seiner Ansicht nach im Vorratsraum entstanden und habe von dort aus auf das Lokal übergegriffen. «In dem Raum befinden sich viele Elektrogeräte wie beispielsweise Kühlschränke», erklärt der Vereinspräsident.

Bei Spaniern und Schweizern beliebt

Ob und wie es weitergeht mit dem spanischen Treffpunkt, ist angesichts der kurzen Zeit noch offen. Für Rodriguez steht fest, dass es einen solchen Ort auch in Zukunft braucht: «Wir sind im Kanton und über die Kantonsgrenze hinaus bekannt – bei Spaniern und bei Schweizern.» Tatsächlich geniesst der «Spanier» Kultstatus bei vielen Zugern verschiedenen Alters. Das liegt an der zwanglosen, familiären Atmosphäre sowie den preislich stets zum Vorteil des Gasts bemessenen Getränken. Aber auch am legendären Wirt Andres Merino, der allerdings aus gesundheitlichen Gründen seit längerem nicht mehr im Lokal anzutreffen war.

Auswirkungen auf den Bahnbetrieb

Der Gebäudebrand hatte Zugausfälle der SBB zur Folge: Da das Vereinslokal unmittelbar neben der Bahnlinie steht, musste der Strom schnellstmöglich von der Fahrleitung genommen werden. «Die Hilfskräfte der SBB waren sofort da», so Freimann. Die Strecke zwischen Zug und Cham lag 
eine Stunde lang – von 5.15 bis 6.15 Uhr – still. «Die Regionalzüge sind ausgefallen, und der Fernverkehr musste während dieser Zeit grossräumig umgeleitet werden», sagt Reto Schärli von der Medienstelle der SBB. Wie viele Reisende betroffen waren, liesse sich nicht beziffern. 

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