Ringen um Rampe ist entschieden

ZUG ⋅ Vor dem Eingang des Pulverturms steht seit kurzem ein freistehender Vorbau mit Dach. Der Zugang zum Turm ist allerdings noch nicht behindertengerecht. Dies wegen eines bestimmten Stücks Mauer.
14. November 2017, 07:19

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Sprichwort trifft perfekt auf den Vorbau des Pulverturms zu, der seit einigen Tagen fertig ist. Zur Erinnerung: Ein Sonnensegel oder ein schlichtes Dach, das 2011 «einfach und kostengünstig» am Pulverturm angebracht werden sollte, scheiterte früh an der Denkmalpflege. In der Folge wurde darum ein Projekt an die Hand genommen, das einen freistehenden Anbau vorsieht.

Die Konstruktion aus viel Holz und wenig Metall hat sich inzwischen bereits bewährt. Standen doch am vergangenen Samstag zahlreiche Gäste der Fasnachtseröffnung der Letzibuzäli statt im Nieselregen unter dem neuen Dach – ob zum Rauchen oder ganz einfach, um Luft zu schnappen. Optisch übernimmt der Anbau den Holzbalkon des ersten Stocks, der bislang einziger Schutz für die massive alte Eingangstür war. Dank der neuen Konstruktion wird nun auch die Türe gut vor der Witterung geschützt. «Albi Nussbaumer hat ein gutes Gespür», lobt Christian Weber, Leiter der Abteilung Immobilien bei der Stadt Zug, den Architekten, der das Projekt entwickelt hat.

Schutz auch für die Eingangstüre

Doch warum ist der Zugang nicht «schwellenlos», wie dies im Projektbeschrieb vermerkt ist. Der Grund liegt beim letzten verbliebenen Einsprecher gegen das Projekt sowie beim Denkmalpfleger, wie Christian Weber erklärt. Gemäss Baueingabe hätte der Weg zum Turm verbreitert und davor eine Wildblumenwiese gepflanzt werden sollen. Dies alles zum Preis von rund 150 000 Franken. «Dem Einsprecher war sowohl die Wiese als auch die Verbreiterung des Zugangs ein Dorn im Auge», erklärt Weber weiter. «Er hatte Bedenken und eine gewisse Angst, dass dadurch wildes Parkieren ermöglicht beziehungsweise angezogen wird.» Die Stadt Zug ist auf die Bedenken eingetreten und hat deshalb auf die besagte Ergänzungen verzichtet.

Metallrampe ist zu schwer

Der Denkmalpfleger seinerseits habe sich gegen die Rampe gestellt, die den schwellenlosen Zugang gewährleistet hätte, erklärt Weber. Dies mit der Begründung, dass der Rest der Stadtmauer, die in diesem Bereich zu sehen ist, eine Abwertung erfahre. Weber sagt: «Wir hätten aus betrieblichen Gründen lieber das angedachte Projekt ausgeführt. Aber uns blieb nichts anderes übrig, als auf eine mobile Rampe zu setzen. Dies kam uns insofern entgegen, da es die kostengünstigere Variante ist.» Eine Variante aus Metall sei aufgrund des grossen Gewichts schnell verworfen worden. «Im Moment wird die Holzrampe gefertigt, die dann für Anlieferungen oder für den Zugang von Rollstuhlfahrern temporär an den Vorbau angesetzt werden kann.» Noch sei nicht klar, wo im Turm die mobile Rampe verstaut werden könne, ergänzt Weber und sagt: «Das müssen wir noch einmal genau anschauen.»

Klar ist, dass der Vorbau mit der mobilen Rampe etwas günstiger kommt als das ursprünglich geplante Projekt. Und für Stadtrat und Finanzchef Karl Kobelt zählt vor allem das Resultat: «Es ist schön, dass wir zu einer Lösung gelangt sind und die Gäste des Pulverturms – aber auch die Eingangstüre des Turms – dank dem Vorbau künftig vor der Witterung geschützt sind.»


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