Rückschläge können ihn nicht entmutigen

EISHOCKEY ⋅ Thomas Lust (19), aufgewachsen in Süddeutschland, ist ein Kämpfertyp. Mit der EVZ Academy will der Stürmer in die Playoffs und international mit der U20 an die Weltmeisterschaft reisen.
10. Oktober 2017, 04:39

«Eines Tages vom Eishockey leben zu können, davon träume ich. Dafür kämpfe ich jeden Tag, wenn ich auf dem Eis stehe», sagt Thomas Lust. Der Stürmer der EVZ Academy (1,79 Meter gross und 76 Kilogramm schwer), der seit dieser Saison in der Swiss League und erstmals in einer Aktivmannschaft spielt, entdeckte die Freude am Eishockeysport bei seinem Stammverein EHC Rheinfelden. «Mein Cousin spielte bereits Eishockey im Nachwuchs in Freiburg im Breisgau, und mein Vater hat mich auch immer wieder zu Eishockeyspielen in Deutschland mitgenommen. Von daher kam die Begeisterung und Motivation», ist Lust überzeugt.

Aufgewachsen ist der 19-Jährige, der sich im Rahmen der Vinto-Sportlehre zum kaufmännischen Mitarbeiter ausbilden lässt, in St. Blasien in Süddeutschland. «Vor meinem Start im Eishockey versuchte ich es dort im Fussballnachwuchs, weil ich dafür talentiert war. Ich musste schliesslich eine Entscheidung treffen: Fussball oder Eishockey.»

«Ich kam wieder zurück»

Nach seiner Anfangszeit im Nachwuchs von Rheinfelden, dem nächstgelegenen Verein von St. Blasien, folgte nach dem Wohnortswechsel mit seinen Eltern nach Zürich das Engagement im Nachwuchs der GCK Lions und der ZSC Lions. Lust sagt: «Hier konnte ich eine professionelle Ausbildung auf Stufe Piccolo bis Novizen Elite geniessen. Auch der spätere Wechsel nach Zug, wo ich die letzten vier Saisons bei den Novizen Elite und den Elite-A-Junioren spielte, hat mich in meiner Entwicklung weitergebracht.» Bei den Elite-Junioren wird er – wie am letzten Wochenende – immer noch eingesetzt.

Lust, der in Cham wohnt, behauptet von sich, dass er ein Kämpfertyp ist. Diese Worte sind nicht aus der Luft gegriffen: Der Stürmer war immer wieder mit Verletzungen konfrontiert. «Ich war manchmal während zwei, drei Monaten ausser Gefecht. Diese Zeit macht dich aber stark und ist prägend. Nicht spielen zu können, ist das Schlimmste für jeden Sportler. Doch ich kam immer wieder zurück.»

Lusts Vertrag läuft im Sommer 2018 aus. Bis dann will sich der Stürmer, der ein grosser Fan des Russen Pavel Datsyuk (ehemaliger Stürmer der Detroit Red Wings) ist, mit guten Leistungen bei der Academy für einen neuen Vertrag empfehlen. «Mein Ziel ist es, eines Tages in der National League als Profi zu spielen. Auch möchte ich Ende Jahr an die U20-WM reisen. Ich war bereits 2016 mit der U18 an der WM in Grand Forks», sagt Lust. Mit zehn Jahren nahm er in Kanada am PeeWee-Turnier teil, dem grössten Eishockeynachwuchsturnier der Welt – «ein unvergessliches Erlebnis war das».

Welche Ziele verfolgt Lust mit der Academy? «Wir wollen in die Playoffs. Nach wie vor ist das ein machbares Ziel. Wir sind besser, als es die Rangliste momentan zum Ausdruck bringt.» Nach sieben Spielen belegt die Academy in der Swiss League den 10. Rang mit fünf Punkten. Der Rückstand auf den achten und letzten Playoff-Rang beträgt noch drei Zähler.

Vor wichtigen Duellen

Heute Abend gegen Thurgau (19.45 Uhr, Academy Arena), am Freitag gegen die Ticino Rockets und am Sonntag gegen die GCK Lions müssen Punkte her. Lust bestätigt das: «Wir stehen vor wichtigen Partien gegen Mitstreiter im Kampf um die Playoffs. Niederlagen dürfen wir uns gegen diese Gegner nicht erlauben.» Moralisch unterstützt wird er bei vielen Spielen auch von seinen Eltern, die oft an die Academy-Spiele kommen: «Das ist ein schönes Gefühl, wenn ich weiss, dass meine Eltern im Stadion sitzen. Das ist eine wichtige Stütze für mich.»

 

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch


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