Kultautos sind der Stolz ihrer Besitzer

ZUG ⋅ Die amerikanischen Kultautos Mustang & Shelby lassen die Herzen ihrer Fans höherschlagen. Am Samstag haben gegen 1000 Fahrzeuge das Areal der Stierenmarktstallungen in eine Art Freiluftmuseum verwandelt.
05. August 2017, 18:56

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Die sorgfältig herausgeputzten amerikanischen Kultautos waren die ersten für die Massen erschwinglichen Sportwagen – und sie verzücken noch heute das Publikum. Klaus Roland (68) aus Cham, der gestern unablässig seine Kamera zückte, fuhr früher selbst zwei Mustangs. «Einen mit Baujahr 1968 und einen mit Baujahr 1972. Diese Autos übten auf mich eine ganz besondere Faszination aus. Die Geräusche, die vom Motor und den breiten Reifen erzeugt wurden, waren Musik in meinen Ohren.» Die neuen Mustang-Modelle seien leiser und sicherer, aber längst nicht mehr derart faszinierend wie früher.

Der 55-jährige Manfred Reich, der mit seinem schwarz-rot lackierten Shelby Cabriolet, Baujahr 2014, nach Zug gekommen war, teilt diese Ansicht nicht. Er schwärmte: «Mein Auto, das mit einen 1000-Meter-Newton-Drehmoment in nur 3,3 Sekunden im 1. Gang von null auf hundert beschleunigt werden kann, ist doch ebenso faszinierend wie die Mustangs und Shelbys aus früheren Produktionen.»

Frisch restaurierte Bijous

Walter Durrer (83) aus Steinhausen bewunderte den fein säuberlich herausgeputzten Motorblock eines 1969er-Cabriolets, ehe er mit sichtlichem Stolz erklärte: «Dieses frisch vorgeführte Auto hat mein Schwiegersohn in jahrelanger Restaurationsarbeit wieder fahrtauglich gemacht.» Vanessa Knecht aus Küssnacht setzte noch einen drauf, als sie vor ihrem Mach 1, Baujahr 1970, stehend verkündete: «Dieses Traumauto stand mit einem Motorschaden 15 Jahre in unserer Garage, bis es mein Freund Raphael Gnos während zweieinhalbjähriger harter Arbeit wieder auf Vordermann gebracht hat. Für mich ist unser Mach 1 das absolute Traumauto.» Das sieht wohl auch ihr Freund so, der mit glänzenden Augen sagte: «Die vielen tollen Mustangs und Shelbys hier sind eine wahre Augenweide. Ich überlege ernsthaft, Mitglied des Mustang Club of Switzerland zu werden.»

Das dürfte René Suter gerne hören, der dem Mustang Club of Switzerland seit 1982 angehört und ihn nun seit 2013 präsidiert. Er liebt diese Autos seit seiner Kindheit. «Als ich mit anderen Kindern Autoquartett spielte, wollte ich immer die Mustang-Karte haben. So verwundert es wohl kaum, dass mein erstes Auto ein Mach 1, Baujahr 1973, war.» Heute ist René Suter im Besitz eines 1978 erbauten Ford Mustang II King Kobra. «Diese King Kobra Package mit blauem Dekor und blauen Felgen und einem weissen Interieur wurde nur ein einziges Mal produziert. Im Mai 1978 wurde es von Ford offiziell in die Schweiz importiert und mit den entsprechenden Anpassungen homologiert und typengeprüft und am 1. Mai 1978 in Zug in Betrieb gesetzt.» Der am Meeting in Zug ausgestellte Mustang II King Kobra gebe den exakten Werkzustand wieder.

Eine spezielle Geschichte erzählt René Suter auch von einem anderen ausgestellten Fahrzeug: «Der 1966 Ford T5, GT HiPo, Cabriolet ist eines von drei weltweit noch existierenden Autos, das für den deutschen Markt bestimmt war. In den 50er-Jahren hatten sich die deutschen Kruppwerke die Namensrechte «Mustang» für ihren neuen Lastwagentyp in der Kategorie Motorfahrzeuge sichern lassen. Da Ford 1964 die Namensrechte «Mustang» nicht für die geforderte Summe von 10 000 Dollar von den Krupp-werken ablösen wollte, musste für den deutschen Markt ein neuer Name gefunden werden.» Ford habe sich dann entschieden, für die nach Deutschland gelieferten Mustangs den internen Werkscode T5 zu verwenden. Einzig die Abbildung des Mustang-Pferdes sei erlaubt worden.

  • Mustang Treffen auf dem Stierenmarktareal in Zug. (© Maria Schmid)
  • Rund 1000 Autos konnten bestaunt werden. (© Maria Schmid)
  • Die amerikanischen Kultautos Mustang & Shelby wurden präsentiert. (© Maria Schmid)

Am Samstag wurden das Areal der Stierenmarktstallungen in ein Auto-Museum verwandelt. Die Kultautos Mustang & Shelby begeisterten die Besucher.


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