Spielerisch Hürden überwinden

ZUG ⋅ Unter dem Titel «Jugend überwindet 2.0» geht das Integrationsprojekt in die zweite Runde und stösst nach wie vor auf Begeisterung. Spielenachmittag mit Schnitzeljagd ist diesmal auf dem Programm gestanden.
15. Mai 2017, 04:38

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch

Dutzende Jugendliche spitzen die Ohren, gebannt lauschen sie der Melodie. Sobald sie den Song erkennen, stürmt der Vorderste aus der Gruppe nach vorne, schlägt mit einem Löffel auf den Stuhl und verkündet triumphierend den Songtitel. Mit diesem Musikquiz wird der Spielenachmittag in der Industrie 45 im Rahmen des Integrationsprojekts «Jugend überwindet 2.0» eröffnet und sorgt von Anfang an für helle Begeisterung. «Das Besondere an Jugend überwindet› ist wohl. dass wir ein sehr abwechslungsreiches Programm haben und für jeden etwas dabei ist», erklärt Nicole Schmid aus Neuheim, das bereits letztes Jahr an diesem Projekt mitgearbeitet hat. «Dass immer mehr Teilnehmer kommen, bestätigt uns in unserer Arbeit.»

An diesem Nachmittag steht Spass und Begegnung im Vordergrund. «Es findet ein Austausch mit vielen neuen Menschen statt», findet Konradin Franzini aus Rotkreuz, der das Projekt mitbegründet hat. «Die Jugendlichen erhalten die Möglichkeit, neue Menschen und andere Geschichten kennen zu lernen.» Während es anfangs noch etwas schwer gewesen sei, Leute anzuziehen, ist der Anlass inzwischen dank Werbung in Schulen und in sozialen Netzwerken in Zug etabliert.

Pingpong oder eine Runde Uno

Ausgelassen und ohne Berührungsängste werden Begegnungen geschaffen. Gemeinsam spielen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Sonnenschein Pingpong oder Volleyball, während die anderen sich zu einer Runde Uno zusammensetzen. Später soll noch eine Schnitzeljagd in Teams vom Guthirt bis zur Kanti stattfinden. «Ich schätze dieses Angebot sehr, vor allem mit anderen jungen Leuten zusammenzukommen und Zeit zu verbringen», erklärt der Flüchtling Kedir, der seinen ganzen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Aufmerksam auf dieses Projekt ist er in der Schule geworden. Er habe sich inzwischen gut eingelebt und hat dank seines Eintritts in einen Fussballverein schnell Anschluss gefunden.

Das Projekt «Jugend überwindet» wurde für den «Kebab+ Award» nominiert, dieser zeichnet herausragende Projekte aus. Zu den Kriterien gehören unter anderem ein spannender Ausgleich und wertvolle Begegnungen in der Jugendarbeit. «Mit ‹Jugend überwindet› soll meiner Meinung nach die Hemmschwelle abgebaut werden, auf andere Menschen zuzugehen», findet Konradin Franzini, und auch seine Organisatorenkollegin Nicole Schmid meint: «Vorurteile sollen hier in einer lockeren Atmosphäre abgebaut werden.»

Manche Jugendliche kommen immer wieder, was sicher für das tolle Projekt der Jugendanimation Zug spricht. Am 15. Juli findet als nächstes Event ein Open-air-Kino statt.


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