Startrompeter in Club-Atmosphäre

ZUG ⋅ Mit dem Österreicher Thomas Gansch als Gastmusiker lockt «Niente Jazz» mit einem aussergewöhnlichen Vorweihnachtsschmankerl. Für den Virtuosen hat das Wiedersehen mit der Stadt Zug eine besondere Bedeutung.
07. Dezember 2017, 07:24

Beat Holdener

redaktion@zugerzeitung.ch

Diese Woche tritt er in Zürich, Basel und Genf auf, nächste Woche gibt er sich bei uns die Ehre: Thomas Gansch, einer der aktuell gefragtesten und facettenreichsten Trompeter – ein Grenzgänger zwischen Volksmusik, Worldmusic, Jazz und Pop, der immer wieder für musikalische Höhenflüge sorgt. In Zug allerdings nicht als Mitglied der ­komödiantischen Musikgruppe Mnozil, sondern als Solist zusammen mit Musikern aus der lokalen Szene. Und nicht in einer grossen Konzerthalle, sondern in intimer Club-Ambiance.

Für den 42-jährigen Österreicher sind solche Gastspiele im kleinen Rahmen essenziell. «Im Herzen bin ich ein Jazzer, habe aber leider viel zu wenig Zeit dafür», gesteht Thomas Gansch im Gespräch mit der «Zuger Zeitung». Ohne Druck und ohne Erwartungen erfüllen zu müssen sowie seine Spielfreude bei Standards ausleben zu können, ist für Thomas Gansch eine Art «Seelenreinigung». Deshalb freut er sich ausserordentlich auf das spontane Konzert mit der Zuger Band Bunker Funker, von der er bisher nur den Namen kennt. Mit dabei als Bläser sind Saxofonist Linus Amstad («Woodooism») und Trompeter Martial In-Albon («Martial Art», «Ronin»). Ebenso wie bei Gansch gründen ihre Wurzeln ursprünglich in der Blasmusik, und nach der professionellen Instrumentenausbildung haben sie sich zu experimentier- und risikofreudigen Improvisatoren entwickelt, die musikalische Stilgrenzen sprengen. In der Rhythm Section werden sie unterstützt von Nici Struchen (Schlagzeug), Claudio Berger (Bass) und Flu Iten (Gitarre). Von ihm werden auch Eigenkompositionen zu hören sein, die er im Rahmen seines Studien­abschlusses an der Hochschule Luzern kreiert hat.

Das Zusammentreffen der Nachwuchsmusiker mit dem etablierten Virtuosen verspricht spannend zu werden. «Impro­visieren bedeutet immer, die ­Hosen runterzulassen», sagt Thomas Gansch. Dem Spiel mit unbekannten Mitmusikern sieht er deshalb gelassen entgegen, mehr als Chance denn als Risiko. «Ich bin überzeugt, das wir uns mit unserem musikalischen Gespür finden und dass es uns gelingt, zusammen dem Publikum etwas Spannendes zu erzählen.» Sorgen bereitet ihm einzig die Möglichkeit, aus Enthusiasmus auf der Trompete zu viel Gas zu geben. Einen energiegeladenen Auftritt in einem Club merkt auch ein Vollprofi am anderen Tag bei seinem Ansatz.

Die Stadt Zug hat für Thomas Gansch eine besondere Bedeutung. Im Theater Casino feierte er 2002 beim ersten Konzert der Tournee Vienna Art Orchestra einen Grosserfolg. Diese Zeit mit der legendären Big Band von Matthias Rüegg bezeichnet der Jazz-Trompeter noch immer als sein wahres Studium.

Grosszügiger Organisator

Ermöglicht wird der aussergewöhnliche Auftritt von Thomas Gansch von Niente-Jazz-Veranstalter Urs Rust. Seit bald drei Jahren organisiert (und finanziert) der Zuger Unternehmensberater regelmässig Konzerte in der Niente Bar. Nachwuchsmusiker erhalten so eine willkommene Gelegenheit, vor interessiertem Publikum Erfahrung zu sammeln. Für das Spezialkonzert mit Thomas Gansch bezieht Niente Jazz auch den Showroom des Studios Soius (Architektur- und Inneneinrichtungsgeschäft) mit ein. Doch trotz bekanntem Gastsolisten bleibt eines gleich: Der Eintritt ist gratis, es wird lediglich eine Kollekte erhoben.

 

Hinweis

Konzert von Bunker Funker mit Thomas Gansch am Montag, 11. Dezember, um 20 Uhr. Niente Bar, Baarerstrasse 125, Zug.


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