Steinhausen wird zur Geberin

FINANZEN ⋅ Das Budget 2018 rechnet mit einem Minus von 2,4 Millionen Franken. Der Fiskalertrag nimmt indes zu, und ein ordentliches Polster an Eigenkapital lässt die Gemeinde beruhigt in die Zukunft schauen.
14. November 2017, 07:18

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Steinhausen wechselt aus finanzieller Sicht die Seiten: Die Gemeinde zahlt neu in den Zuger Finanzausgleich (ZFA) ein und wird somit zu einer sogenannten Geberin. Das Jahr 2016, auf dem die Berechnung des ZFA für das Budget 2018 erfolgt, war für die Gemeinde ein äusserst gutes: Sie präsentierte in der Rechnung ein Plus von 5,7 Millionen Franken, und der Steuerertrag ist um rund 6,8 Millionen auf 35,3 Millionen Franken gestiegen.

In dieser Grössenordnung ist der Fiskalertrag nun auch im Budget 2018 ausgewiesen – rund 34,1 Millionen Franken sind prognostiziert. Das sind rund 3,1 Millionen Franken mehr als im Budget 2017. «Wir gehen davon aus, dass die Steuererträge nachhaltig sind, so hat es uns auch das kantonale Steueramt mitgeteilt. Deshalb haben wir den Betrag ein wenig nach oben korrigiert», erklärt Carina Brüngger-Ebinger (FDP), Steinhauser Finanzvorsteherin. Sie fügt aber hinzu: «Steuer­erträge abzuschätzen, ist sehr schwierig.»

«Wir sind mit dem Budget zufrieden»

Trotz mehr Steuern und dem Wechsel zur Gebergemeinde rechnet Steinhausen mit einem Minus von rund 2,4 Millionen Franken, dies bei einem Aufwand von 50,5 Millionen und einem Ertrag von 48,1 Millionen Franken. «Es gibt keine Ausgabe, die ins Auge sticht und für das Minus verantwortlich ist», versichert Carina Brüngger. Vielmehr seien es verschiedene Kleinigkeiten. Insgesamt zahlt die Gemeinde 344 000 Franken in den ZFA und rund 2,7 Millionen Franken in den nationalen Finanzausgleich. «Wir sind mit dem Budget zufrieden und sind stolz, zu den Gebergemeinden zählen zu dürfen», so die FDP-Gemeinderätin. Sie präzisiert: «Dass wir Geberin werden, damit habe ich gerechnet, allerdings nicht, dass es so schnell gehen wird.»

Ziel des ZFA ist, die Steuersätze der Gemeinden auszugleichen. In dieser Budgetperiode rechnen viele Gemeinden, wie etwa Cham, Baar, Unterägeri oder Hünenberg, mit einer Steuerfusssenkung oder einem Rabatt. Der Steuerfuss in Steinhausen bleibt mit 60 Prozent gleich. «Wir sind dieses Jahr das erste Mal Gebergemeinde, die Einnahmen müssen sich erst bestätigen und dann können wir auch über eine Steuersenkung nachdenken», sagt Carina Brüngger. Eine Erhöhung stehe momentan nicht zur Debatte. Das Eigenkapital von über 100 Millionen Franken beruhigt auch die Finanzchefin: «Steinhausen hat jahrelang gut abgeschlossen und konnte Kapital anhäufen. Ein Minus können wir uns leisten.» Die FDP-Politikerin gibt zu: «Wir budgetieren realistisch und sind lieber auf der vorsichtigen Seite.»

Grosses Projekt ist abgeschlossen

Mit der Eröffnung des Gemeindezentrums Dreiklang diesen Herbst ist eine grosse Investition abgeschlossen. «Ich habe immer Respekt vor so hohen Investitionen und bin erleichtert, dass wir einen guten Abschluss erwarten können.» Die nächsten Projekte stehen bereits vor der Tür – allerdings nicht in dieser Grössenordnung. Am 26. November können die Stimmberechtigten über einen Kredit von rund 5,3 Millionen Franken für die Umnutzung des Schulhauses Sunnegrund I zum Musikschulzentrum abstimmen.


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