Tiefere Steuern auch in Hünenberg

FINANZEN ⋅ Das Budget 2018 ist fast ausgeglichen. Positive Aussichten und das Einpendeln des Anteils aus dem Zuger Finanzausgleich veranlassen den Gemeinderat, einen Steuerrabatt von 2 Prozentpunkten zu beantragen.
10. November 2017, 07:36

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Nach einer zweijährigen Pause gewährt die Gemeinde Hünenberg 2018 wieder einen Steuerrabatt. Zwei Prozentpunkte beträgt dieser bei einem Steuerfuss von 70 Prozent. «Die Budgets für die Jahre 2016 und 2017 waren von Sonderfaktoren geprägt», erklärt Finanzchefin und Gemeindepräsidentin Regula Hürlimann (FDP). Für 2016 musste mit einem viel tieferen Beitrag aus dem Zuger Finanzausgleich (ZFA) gerechnet werden, für 2017 wurde der Solidaritätsbeitrag der Gemeinden an den Kanton budgetiert. Mit der Ablehnung des kantonalen Entlastungspakets wurde dieser hinfällig, und der Anteil aus dem ZFA ist zwischenzeitlich wieder angestiegen. «Die Gemeinde Hünenberg geht seit Jahren von einem Standard-Steuerfuss von 70 Prozent aus», so Hürlimann. Jedes Jahr werde im Rahmen des Budgets diskutiert, ob ein Rabatt gewährt werden könne. «In Jahren, in denen es die finanzielle Situation zulässt, wird ein Rabatt beantragt.» Dies ist für 2018 nun wieder der Fall.

Die Zahlen des Budgets 2018 zeigen sich mit dem Rabatt tatsächlich ausgeglichen: Bei einem Ertrag von rund 49 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 49,3 Millionen Franken bleibt ein Minus von rund 300000 Franken. Der Steuerer­trag liegt mit rund 27,9 Millionen Franken leicht unter den Beträgen der letzten Jahre. «Bei den Steuereinnahmen von natürlichen Personen wird mit einer stabil positiven Entwicklung gerechnet», erklärt die Finanzchefin. Das schlägt sich in einem um 654000 Franken höher budgetierten Ertrag nieder. Bei den juristischen Personen hingegen gehe man eher von einer negativen Entwicklung aus. Der Fiskalertrag der Unternehmen wurde deshalb um 910000 Franken tiefer angesetzt als im Vorjahr. Der Grund: «Es wird mit einem Rückgang infolge Wegzug zweier Firmen ins Ausland gerechnet.» Bei den Grundstückgewinnsteuern wiederum wird ein Zuwachs von 100000 Franken erwartet. Auf der Aufwandseite wird unter anderem mit einer Zunahme im Personalaufwand von rund 370000 Franken gerechnet. Das sei darauf zurückzuführen, dass im Schulkreis See zwei zusätzliche Schulklassen geführt werden müssen.

Schulanlagen stehen im Mittelpunkt

Zudem werden rund 5,6 Millionen Franken für Investitionen eingerechnet. Dazu gehören rund 3 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Rony sowie 1,3 Millionen Franken für die Bereitstellung der Asylunterkunft im Bösch. «Mittelfristig steht die Sanierung diverser Schulgebäude an», sagt Hürlimann. Weiter werde im Zusammenhang mit der Umfahrung Cham/Hünenberg die Strassenraumgestaltung Chamerstrasse/Zentrumsplanung an die Hand genommen. Die Sanierung des Verwaltungsgebäudes der Gemeinde ist vorerst zurückgestellt. «Aufgrund fehlender Ressourcen wurden in der Bauabteilung Prioritäten gesetzt.»


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