Zuger Kinder tüfteln am eigenen Miniaturzirkus

PROJEKT ⋅ Derzeit experimentieren und werken Mädchen und Buben im Tüftellabor Einstein im Areal des alten Kantonsspitals Zug. Das Thema lässt dabei viel Platz für kreative Ideen.
12. Oktober 2017, 05:00

Marc Hausheer

redaktion@zugerzeitung.ch

Unter dem Motto «Manege frei!» konstruieren Knaben und Mädchen seit letztem Dienstag im Rahmen der nationalen Tüftel-Camps ihre eigenen Zirkusgruppen und Zirkusshows in Miniatur. Zum fünften Mal finden diese Camps in der ganzen Deutschschweiz statt. Mit von der Partie waren auch zahlreiche junge Tüftlerinnen und Tüftler aus dem Kanton Zug, welche noch bis Freitag im Tüftellabor Einstein an der Artherstrasse experimentieren werden.

Die Kinder arbeiten mit unterschiedlichen Materialien. Dabei wird gehämmert, gesägt, geleimt, gemalt und gelötet. «Wir haben drei verschiedene Gruppen, die sich je einer Aufgabe widmen. Diese haben wir basierend auf den Interessen der Kinder eingeteilt», sagt Johny Padua, Leiter des Zuger Tüftellabors. Der finale Zirkusauftritt am Freitag, welcher gleichzeitig das Ende des Tüftel-Camps 2017 bedeutet, wird ein Zusammenspiel zwischen den drei Gruppen. Diese widmen sich zum einen der Manege, zum andern aber auch den Zirkusfiguren und den Hintergrundgeräuschen.

Abwechslungsreiche Arbeit

Der 9-jährige Marc erstellt mit seiner Gruppe die vielfältigen ­Figuren. Vertieft entwickelt er gemeinsam mit den anderen Akteure für den Miniaturzirkus. «Ich habe schon drei Figuren gebaut», sagt er stolz. Neben einem Ninja, welcher mit Nadeln auf einen Ballon voller Konfetti schiesst, gehören auch ein Seiltänzer und ein mit einer Batterie betriebener Trapezkünstler zu seiner Sammlung. Die Kinder sind selbst verantwortlich für die Inszenierung ihrer Figuren. Genaue Vorstellungen von seiner Zirkusnummer hat der 11-jährige Robin. «Ich kann nicht zu viel verraten, das wäre nicht lustig. Aber es geht um eine Zirkuskanone und einen ‹Schrottbot›, also einen Roboter aus Schrott.»

Auch in den weiteren Gruppen arbeitet man fleissig, denn die passende Zirkusmanege und die Requisiten dürfen nicht fehlen. Während einige bereits an den Vorhängen nähen, wird an der Manege noch kräftig rumgeschraubt. Hochseil und Trapez stehen schon. Auch die Sound- und Lichteffekte sind schon bald fertig. Die Kette mit den kleinen LED-Lämpchen, welche die ­Zirkusbeschriftung auch im Dunkeln sichtbar macht, blinkt, und der selbstaufgenommene Applaus wird mit einem Lautstärkeregler gekonnt reguliert.

Heute Donnerstag steht für einmal kein Tüfteln auf dem Programm. Die Gruppe geht auf Exkursion. Dabei besucht sie die Trinkwasserversorgung Zug der WWZ im Lorzentobel und die SAE Immobilien AG, wo die Gruppe die Wasserkraftanlage anschaut, welche vor vielen Jahren die Spinnerei Baar mit Strom versorgt hat. Ziel des Ausflugs sei es, den Kindern einen Blick hinter die Kulissen der Trinkwasser- und Stromversorgung zu gewähren, so Padua.

Die Tüftel-Camps, welche vom Verein tüfteln.ch, der Koordinationsplattform der Schweizer Tüftellabore, organisiert werden, sollen bei Kindern und Jugend­lichen die Neugier und Freude an den sogenannten Mint-Berufen wecken, also an den Arbeitsfeldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Einige Berufe aus diesem Arbeitsfeld leiden derzeit an akutem Fachkräftemangel.

Grosse Beliebtheit des Tüftel-Camps

Am Zuger Tüftel-Camp nahmen dieses Jahr 19 Mädchen und Knaben teil. Die Nachfrage sei konstant, sagt Padua. «Wir führen dieses Projekt schweizweit nun schon zum fünften Mal durch. Das Interesse nahm jedes Jahr zu.»

Das Tüftellabor Einstein an der Artherstrasse 27 sei jedoch nicht nur während der Tüftel-Camps geöffnet, so Padua. «Das Tüftel-Camp bietet Kindern und Jugendlichen ab neun Jahren wöchentlich an drei Tagen die Möglichkeit, frei zu tüfteln und an eigenen Projekten zu arbeiten.» Einzige Voraussetzung sei dabei, dass man den Einsteigerkurs, ­einen zweiteiligen Kurs zum Thema Sicherheit, absolviert habe. Die ehrenamtlichen Helfer, welche ausschlaggebend für das Bestehen des Tüftellabors sind, seien zur Unterstützung bereit.

Hinweis: Weitere Informationen über das Tüftellabor Einstein gibt es unter: www.tueftellaborzug.ch


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