Über Songs, Sängerinnen und das Schreiben

ZUG ⋅ Im Female Songwriting Camp haben Musikerinnen eine Woche lang Gelegenheit, mit Coachs an ihren Texter-Fertigkeiten zu feilen. Im Vordergrund steht dabei der Austausch.
12. August 2017, 08:09

Auf mehreren bunten Sitzwürfeln haben die Teilnehmerinnen des Female Songwriting Camps – einem einwöchigen Kurs für Musikerinnen – in der Galvanik Platz genommen und lauschen gespannt den Ausführungen von Franziska Staubli. Nachdem Staubli Jazzgitarre studiert hat, hat sie an vielen musikalischen Projekten mitgearbeitet und Lieder geschrieben. Diese Erfahrungen teilt sie gerne mit den interessierten Musikerinnen. Zu Beginn erklärt sie die Grundlagen des Liederschreibens, die Phasen des Arbeitsprozesses und worauf der Fokus ihrer Meinung nach gelegt werden sollte. «Das Ziel ist, dass die Teilnehmer eine Vision vom Stil bekommen, den sie kreieren möchten», erklärt Franziska Staubli. Die musikalischen Frauen, die vor allem Klavier und Gitarre spielen, haken ab und an neugierig nach.

Das Female Songwriting Camp ist ein Projekt von Helvetiarockt; die Organisation engagiert sich für einen höheren Frauen­anteil in der Musikszene. Neben verschiedenen anderen Projekten ist der Kurs für Songwriting neu. «Im Songwriting brauchen viele Frauen – aber auch Männer – Inputs und Unterstützung. Daher haben wir uns entschieden, den Fokus darauf zu legen», berichtet Muriel Rhyner, Projektleiterin des Female Songwriting Camp. Die Zugerin ist bekannt als Frontfrau und Sängerin der Rockband Delilahs.

Freies Kreieren ohne Einschränkung

Während der gesamten vergangenen Woche fand das Camp in der Galvanik statt. Jeweils morgens wurde dabei in der Gruppe gearbeitet, nachmittags war das Einzelcoaching. «Ziel ist, die Teilnehmerinnen möglichst individuell zu fördern», sagt Muriel Rhyner. Und das scheint gelungen: Die Teilnehmerinnen sind begeistert von den Coachings und der entspannten Atmosphäre. «Angemeldet habe ich mich, um mehr über das Songwriting zu erfahren und mir einige Rückmeldungen einzuholen für die Auftritte mit den selbst geschriebenen Songs», sagt Fatima Mandouh aus Winterthur, die heute Samstag mit ihrer Schwester Samira einen Auftritt hat und daher das Camp gleich auch als Hauptprobe nutzt. «Hilfreich ist das Camp auf alle Fälle, auch weil es die Nervosität nimmt, die eigenen Songs vor Publikum zu spielen», findet Samira Mandouh.

Nicht nur theoretisch wird das Liederschreiben erklärt, in einem nächsten Schritt werden auch die verschiedenen Muster der Lieblingslieder in der Gruppe analysiert und ausführlich diskutiert. Wichtig sei vor allem, dass in der Phase des Kreierens noch nichts analysiert und hinterfragt werde, da dies den Songschreiber ausbremsen könne. «Mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten ist im Songwriting zudem hilfreich», findet Franziska Staubli. Ein Female Songwriting Camp, das durch gute Zusammenarbeit und spannenden Austausch geprägt wird.

 

Vanessa Varisco

redaktion@zugerzeitung.ch


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