Ureigene Reize

ZUG ⋅ Der deutsche Künstler Willi Siber zeigt in der Galerie Carla Renggli neue Objekte.
07. Dezember 2017, 07:25

Die Werke des deutschen Künstlers Willi Siber (*1949) definieren sich nicht primär durch ihre Dimensionalität – sie sind das Resultat von Sibers intensiver Auseinandersetzung mit der sinnlichen Wahrnehmung. Ob zweidimensionale Bildwerke oder vollplastische Objekte– ­ihnen allen liegt der Anspruch an das hohe handwerkliche Können des Künstlers sowie seine Kenntnis der verwendeten Materialien zugrunde. Diese Kenntnis geht weit über deren Beschaffenheit hinaus: Siber entwickelt mit ­ihnen stets neue Anwendungen und bildnerische Lösungen für seine Arbeit. Vor allem mit Holz führt Siber innovative und immer ausgefeiltere Verarbeitungsprozesse ins Feld.

Jede Nuance führt ein Eigenleben

Mit seinen Plastiken, Wandobjekten und Tafelbildern sucht der Künstler, den Betrachter zu fesseln, auf dass er sich von der ästhetisch-sinnlichen Wirkung leiten lässt. Die Farbgebung der oft hochfein polierten Oberflächen der Objekte dienen nicht nur als reine Fassung oder dekorative Komponente, wie ein elementarer Bestandteil des Ganzen führt jede Nuance ein Eigenleben. Ganz andere Wirkungen erzielt er mit matt-rauen Oberflächen, etwa wenn er mit Kalk oder Kohlestaub arbeitet. Ob auf Hochglanz poliert oder matt-trüb – ­jedes Objekt entfaltet durch die Oberflächengestaltung, Farbgebung und Form seinen ureigenen Reiz mit unterschiedlicher haptischer Wirkung.

Willi Siber lebt in Süddeutschland und ist seit über 30 Jahren in deutschen und Schweizer Galerien sowie in deutschen Kunstvereinen und Museen präsent. Seit 2000 werden seine Werke auch in Asien, Australien und den USA gezeigt. Ab morgen Freitag ist Willi Sieber mit neuen Werken in der Zuger Galerie Carla Renggli (Ober Altstadt 8) vertreten. Vernissage ab 18 Uhr. Die Ausstellung dauert bis 10. Januar 2018. (fae)


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