Steinhausen kommt vom Minus ins Plus

GEMEINDEFINANZEN ⋅ Die Rechnung 2017 schliesst mit einem Ertragsüberschuss. Die Finanzvorsteherin Carina Brüngger hofft, nach ihren gescheiterten Regierungsratsambitionen auch künftig in der Gemeinde Erfolge vermelden zu können.
12. April 2018, 04:40

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Die Gemeinde Steinhausen hat im Jahr 2017 die viel zitierte schwarze Null geschrieben. Bei einem Gesamtertrag von rund 49,5 Millionen Franken beträgt das Plus genau 23 192.90 Franken – das Budget hatte ein Minus von rund 3,1 Millionen Franken vorgesehen. Die Gründe für diese Wende sind schnell bei der Hand. Einerseits gingen mehr Steuereinnahmen als im Voranschlag vorgesehen ein: Rund 1,5 Millionen Franken, vor allem dank höherer Abgaben von Firmen. Andererseits musste Steinhausen – wie die anderen Gemeinden auch – keinen Solidaritätsbeitrag an den Kanton leisten (1,3 Millionen Franken), weil das Entlastungsprogramm bekanntlich von den Stimmenden verworfen worden ist.

Eingeschenkt haben 2017 auch der tiefere Sach- und übrige Betriebsaufwand (600 000 Franken, vor allem infolge geringeren Material- und Warenaufwands sowie Dienstleistungen und Honoraren), eine deutlich höhere Gewinnausschüttung des gemeindeeigenen Wasser- und Elektrizitätswerks (416 000 Franken) sowie der Verkauf eines Grundstückanteils (350 000 Franken). Auf der Aufwandseite sind Abschreibungen auf zeitlich verschobene Investitionen (373 000 Franken), die wirtschaftliche Sozialhilfe (354 000 Franken), der Beitrag an Sonderschulen (244 000 Franken) sowie die Ausgaben für die Stationäre Langzeitpflege (206 000 Franken) höher als angenommen ausgefallen.

Knappe Nichtnomination als Anerkennung werten

Die Steinhauser Finanzvorsteherin Carina Brüngger (FDP) ist entsprechend zufrieden und lobt die Abteilungen für ihre Budget­genauigkeit. Wenn es nach ihr gegangen wäre, wäre das ihre letzte verantwortete Jahresrechnung auf Gemeindeebene gewesen. Sie hatte eine Regierungsratskandidatur angestrebt, wurde aber in der vergangenen Woche von der Parteiversammlung nicht nominiert – gerade einmal zwei Stimmen fehlten ihr. Diese Niederlage ist für sie kein Grund zum Trübsalblasen: «Ich bin Urdemokratin. Wenn mehrere Personen im Rennen sind, muss man damit rechnen, nicht nominiert zu werden», sagt die 52-Jährige. Die geringe Anzahl fehlender Stimmen fuchse sie nicht, der hohe Zuspruch sei vielmehr als Anerkennung für ihre Arbeit zu werten.

Brüngger sagt offen, dass sie die von aussen an ihre Kandidatur gestellten Erwartungen belastet hätten: «Viele dachten, ich wäre gesetzt, weil ich eine Frau bin. Das war schwierig.» Sie wird sich am 7. Oktober zur Wiederwahl in den Gemeinderat stellen. Ist nun das Gemeindepräsidium zum Thema geworden? «Nein», antwortet sie unverzüglich. Ihre Arbeit als Finanzchefin einer IT-Firma bereite ihr grosse Freude. «Diesen Job hätte ich nur für eine Vollzeitstelle in der Politik aufgegeben, nicht aber für das Teilzeitamt als Gemeindepräsidentin.»


Anzeige: