Was passiert mit dem Schulbus?

MENZINGEN ⋅ Von der geplanten Aufhebung der Postautolinie nach Finstersee sind vor allem Schulkinder betroffen. Noch ist offen, wie deren Transport künftig organisiert wird.
06. Oktober 2017, 08:24

In rund einem Jahr soll der Postautobetrieb zwischen Menzingen und Finstersee eingestellt werden. Das teilte die Zuger Regierung kürzlich mit. Die Linie mit der Nummer 661 gehöre einerseits zu den nachfrageschwächsten des Kantons, und zudem läuft die Konzession der Post Ende 2018 aus. Man «bedauere diesen Entscheid», lässt der Gemeinderat Menzingen nun verlauten. «Leider fand trotz mehrfachem Aufruf keine Frequenzsteigerung statt.» Was das konkret bedeutet und wie viele Passagiere in den zwölf Kursen täglich transportiert werden, dazu will der Gemeinderat gegenwärtig keine Stellung nehmen. Noch verkehrt das Postauto werktags von morgens um 6 Uhr bis abends um 18 Uhr zwischen den Haltestellen Menzingen Post und Finstersee Kirche. Rund die Hälfte der Kurse führt weiter bis zur Haltestelle Finstersee, Bostadel. Auch am Samstag ist das Postauto unterwegs.

Ebenfalls integriert in den Kursbus ist der Schulbus für die Finsterseer Kinder, die in Menzingen zur Schule gehen. «Die Schulbuslinie muss auf jeden Fall weitergeführt werden», heisst es dazu in der Mitteilung der Gemeinde. Zurzeit werde mit Transportunternehmungen geprüft, wie diese sinnvoll gestaltet werden könne. Dabei werde sich auch zeigen, ob ein gewisses Angebot für die Bevölkerung weiter bestehen kann. «Die Kosten wären zu 100 Prozent von der Einwohnergemeinde zu übernehmen.» Parallel dazu werden andere Angebote geprüft. An der Gemeindeversammlung von Mai 2018 wolle der Gemeinderat die Bevölkerung über weitere Schritte informieren.

Zukunft der Schule Finstersee

Bis zu diesem Datum wird auch klar sein, ob der Schulstandort Finstersee eine Zukunft hat – ein wichtiger Aspekt, der die Diskussion rund um den Busbetrieb beeinflussen könnte. Die Schulraumplanung beschäftigt die Gemeinde schon lange. Bis anhin gehen die Finsterseer Primarschüler im Weiler zur Schule. Erst für die höheren Klassen wechseln sie an die Schulen in Menzingen. Das Schulhausgebäude in Finstersee ist aber dringend sanierungsbedürftig, und die Mindestanzahl Schüler für eine Klasse wird jeweils nur knapp erreicht. Die vom Gemeinderat geplante Schliessung der Schule hat eine Interessengruppe mit Unterstützung aus der ganzen Bevölkerung verhindert. Das Gerangel ging aber weiter, und der Gemeinderat konnte bis jetzt kein Projekt zur Schulraumplanung durchbringen. Nun soll mit einer Urnenabstimmung definitiv über den Schulstandort Finstersee abgestimmt werden (siehe Box). Wird die Schule in Finstersee aufgehoben, werden die betroffenen Schüler umso mehr auf einen Schulbus angewiesen sein.

Es wäre ein Revival, denn bereits bis 2008 war ein Schulbus im Einsatz. Dann übernahm der Postautobetrieb auch die Schulbusfunktion. Damals wurde der Kurs, der von Menzingen bis Schindellegi und Feusisberg führte, gar noch ausgebaut. 2014 schliesslich wurde das Angebot zwischen Menzingen und Finstersee, Bostadel, noch einmal leicht ausgebaut, die Kurse nach Schindellegi und Feusisberg hingegen wurden eingestellt. Bald nun soll auch die Reststrecke des Kurses aufgehoben werden und das Postauto aus Finstersee verschwinden. (rh/cro)

Abstimmung über Schulstandort

Am 4. März 2018 gibt es in der Gemeinde eine Urnenabstimmung über den Schulstandort Finstersee. Damit können die Menzinger die Frage nach der Weiterführung der Schule, deren Gebäude dringend saniert werden muss, ein für alle Mal klären. (red)


Leserkommentare

Anzeige: