Zug ist auch ein Wintersportkanton

SCHNEESAISON ⋅ Die Zahl der Skiklubs im Kanton ist hoch. Manche davon sind sogar im Rennbereich aktiv. Trotz der grossen Konkurrenz an Angeboten können sie sich behaupten. Auch die Zuzüger helfen dabei.
03. Januar 2018, 12:05

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

 

Zug wird nicht unbedingt als Schneesportkanton wahrgenommen. Klar, es gibt auf dem Raten, dem Nollen und dem Zugerberg Skilifte. Aber die grosse Freiheit in Weiss versprechen diese vergleichsweise niedlichen Anlagen nicht. Auch die Tatsache, dass der Zentralschweizer Verband in Cham ansässig ist, verspricht noch kein Wintersportflair. Dennoch gibt es nicht weniger als acht Schneesportvereine im Kanton. Der erste wurde 1929 in Unterägeri gegründet, der jüngste ist 1974 in Steinhausen entstanden. Das Skifahren stand zunächst im Vordergrund, längst sind auch Langlauf- und Snowboard-Möglichkeiten dazugekommen. Interessanterweise wurde bereits 1931 im «Flachland» von Oberwil ein Skiclub ins Leben gerufen. Auf dem Höhepunkt des Skibooms, im Jahr 1984, waren nicht weniger als 600 Mitglieder eingetragen, 2016 noch deren 340, wie der Vereinshomepage zu entnehmen ist.

 

Braucht es heute noch so viele Skiklubs im Kanton Zug, zumal im Tal? Die Frage geht an Edgar Schuler. Der 42-Jährige präsidiert den Verband Snowzug, dem alle Schneesportvereine angehören. «Ja, es braucht alle Klubs», lautet die wenig überraschende Antwort. Die Begründung hingegen lässt aufhorchen: «Neben anderen Vereinen sind gerade die Oberwiler seit einigen Jahren wieder sehr aktiv in der Juniorenförderung im Rennbereich.»

Steigende Tendenz bei Ski fahrenden Kindern

Edgar Schuler steht auch dem Skiclub Finstersee vor. Dieser führt am kommenden Samstag die sogenannte JO-Meisterschaft für Fahrer im Alter von 6 bis 16 Jahren durch. Austragungsort für die Riesenslalom- und Slalom-Rennen ist das Skigebiet Sattel-Hochstuckli. Schuler erwartet bis zu 250 Teilnehmer, die einem Verein aus den Kantonen Zug und Schwyz angehören. Bei den Kindern macht er in den letzten Jahren eine steigende Tendenz aus, was das Interesse am Skifahren anbelangt – auch bei Expats. So würden am Zuger Schüler-Cup, der allen offensteht, im Schnitt über 100 Kinder teilnehmen. Mit dem Unterägerer Matthias Iten gibt es darüber hinaus ein kantonales Aushängeschild, dem der Nachwuchs nacheifern kann (siehe Box).

Trotzdem ist es harte Arbeit, dem Schneesportangebot der Zuger Vereine zu mehr Bekanntheit zu verhelfen, sagt Schuler. «Andere Sportarten erhalten mehr Aufmerksamkeit.» Es sei schwierig, in Schulen für ihre Sache zu werben, denn die Konkurrenz ist gross. «Es hängt vom Schulhaus und manchmal auch vom Lehrer ab, ob wir Beachtung finden», hat er festgestellt. Letztlich liegt es an den Verantwortlichen der acht Zuger Vereine, den Schneesport im Kanton zu fördern – an Enthusiasten wie Edgar Schuler. Der Bauleiter einer Holzbaufirma ist bis vor kurzem im Aufbau von Nachwuchs aktiv gewesen: Er leitete während sechs Jahren die Finsterseer Kleinkinderskischule.

 

Hinweis

Mehr zu den Zuger Klubs und zum Schüler-Ski-Cup: www.snowzug.ch


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