Die Meister des Comebacks wollen zurückschlagen

SEGELN ⋅ Neuseeland träumt nach einem perfekten Wochenende vom dritten Triumph beim America’s Cup. Doch der angeschlagene Titelverteidiger USA will sich während der fünftägigen Pause neu ausrichten.
20. Juni 2017, 04:39

Jimmy Spithill lächelte bittersüss. «Es ist nicht das erste Mal, dass wir zurückschlagen müssen», sagte der Skipper von Titelverteidiger Oracle USA, nachdem er beim America’s Cup die vierte Pleite im vierten Rennen gegen entfesselt segelnde Neuseeländer kassiert hatte. Der 37-Jährige kündigte nach dem krassen Fehlstart an, die rennfreie Zeit bis zum Samstag für einen Druck auf den Reset-Knopf zu nutzen.

«Die Pause ist eine Chance für uns. Alles wird auf den Tisch kommen, nichts unseren Augen entgehen. Das kann ich garantieren», sagte Spithill. Es gelte die Abstimmung der Hightech-Jacht weiter zu optimieren und seine Crew neu einzuschwören.

Auf seiner Mission, den dritten Triumph in Serie bei der Segelregatta vor Bermuda einzufahren, steht Spithill aber mit dem Rücken zur Wand. Durch den Bonuspunkt aus der Qualifikationsphase steht es zwar erst 0:3, doch die Unterlegenheit in den bisherigen Duellen ist alarmierend. «Es ist offensichtlich, dass sie schneller sind», sagt Spithill.

Neuseeländer mit deutlich höherer Geschwindigkeit

Olympiasieger Peter Burling und seine neuseeländische Crew brachten ihren futuristischen Katamaran bei Leichtwind auf wesentlich höhere Geschwindigkeiten, zudem hatte der 26-Jährige den Konkurrenten auch an der Kommandozentrale taktisch im Griff. 30 Sekunden, 1:28 Minuten, 49 Sekunden und 1:12 Minuten – so deutlich war in den vier Duellen der Vorsprung.

Doch trotz der wachsenden Träume in Neuseeland sieht Burling sein Team noch weit vom Griff nach der Silberkanne entfernt. «Wir machen noch viele Fehler. Wenn wir uns nicht weiterentwickeln, wird Oracle USA uns einholen», sagte er. Vor allem der Blick auf die jüngere Historie macht die Kiwis demütig. Vor vier Jahren hatten die USA in einer der grössten Aufholjagden der Sportgeschichte einen 1:8-Rückstand gegen Neuseeland noch in einen 9:8-Erfolg umgewandelt.

 

Peer Lasse Korff

sport@luzernerzeitung.ch


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